Keine Parkgarage an der Berufsschule; Bau- und Vergabeausschuss des Landkreises nimmt Abstand von weiteren Planungen

28.12.2018: An der Berufsschule am Schleiferberg in Pfaffenhofen wird es keine Parkgarage geben.

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Diesen Beschluss fasste der Bau- und Vergabeausschuss des Landkreises bei seiner letzten Sitzung. Nach eingehender nicht-öffentlicher Debatte erteilten die Räte entsprechenden Vorschlägen und Forderungen eine Absage. Grund dafür war nicht nur die Tatsache, dass es für das Projekt mindestens ebenso viele Gegner wie Befürworter gibt. Insbesondere die Kostenschätzung von 3,6 Millionen € und damit verbunden grundsätzliche wirtschaftliche wie auch verkehrstechnische Gründe waren letztlich ausschlaggebend für die Entscheidung. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, gemeinsam mit der Stadt Pfaffenhofen nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, die zur Entspannung der Parkplatzproblematik an der Berufsschule Pfaffenhofen beitragen können. Dazu soll auch das weitere Umfeld des Schulzentrums Pfaffenhofen in die Überlegungen mit einbezogen werden. Wie der Stellvertreter des Landrats, Anton Westner nach der Sitzung mitteilte, war es eine „einstimmige Beschlusslage“.

Bekanntlich besteht seit vielen Jahren an der Berufsschule Pfaffenhofen die Problematik, dass vermehrt Schülerinnen und Schüler mit dem eigenen Fahrzeug zum Berufsschulunterricht fahren. Die Folge: Die vorhandenen berufsschuleigenen 97 Stellplätze reichen nicht mehr aus und die Schülerinnen und Schüler weichen auf die Straßen der umliegenden Wohngebiete aus. Dort können sie derzeit noch kostenlos ihre Fahrzeuge abstellen. Dies führt seit vielen Jahren zu Beschwerden seitens der Anwohner, die zu den Schulzeiten nicht mehr vor ihren Grundstücken parken können und die vom Lärm der an- und abfahrenden Autos genervt sind.

Als Folge der Entwicklung der letzten Jahre hat der Landkreis Pfaffenhofen die Möglichkeit der Errichtung einer Parkgarage von einem Planungsbüro prüfen lassen. Dagegen hatten sich bereits im Vorfeld der Ausschusssitzung die Nachbarn des betreffenden Grundstücks mit einer Unterschriftsliste gewandt.

Während der Sitzung stellte das beauftragte Planungsbüro eine Entwurfsplanung für eine mögliche Hochgarage und damit verbunden eine Kostenschätzung vor. Was im Vorfeld bereits vermutet wurde, kam bei der Planung deutlich zu Tage: Städtebaulich passt ein Parkhaus mit insgesamt 174 Stellplätzen nicht an den Schleiferberg, zumal dort neben der Berufsschule zahlreiche Wohngebäude vorhanden sind. Die gesamte verkehrstechnische Anbindung wäre problematisch, weil dadurch noch mehr Fahrzeuge als bisher angezogen würden. Auch wirtschaftlich ist eine Parkgarage nicht sinnvoll, da sie nur an 180 Schultagen pro Jahr intensiv genutzt werden würde.

Landrat Martin Wolf: „Wir nehmen die Problematik nach wie vor sehr ernst und suchen jetzt nach alternativen Lösungsansätzen. Dabei suchen wir die Kooperation mit der Stadt Pfaffenhofen. Auch die Einbindung des öffentlichen Personennahverkehrs und der Einsatz von Zubringerbussen sollte geprüft werden“.