Gesundheitsamt informiert: HIV-Testwoche vom 26. bis 30. November

22.11.2018: Im Rahmen der HIV-Testwoche vom 26. – 30. November bietet das Gesundheitsamt Pfaffenhofen zusätzliche Zeiten an, um vor Ort einen kostenlosen und anonymen HIV-Test durchführen zu lassen.

Aidsschleife
Diese sind Montag, 26.11. bis Mittwoch 28.11. von 16:00 bis 18:00 Uhr.
In Deutschland leben rund 90.000 Menschen mit HIV. Jedes Jahr erfahren etwa 400 Männer und Frauen in Bayern, dass sie HIV-positiv sind. Sie haben sich mit jenem Virus angesteckt, das die Immunschwächekrankheit AIDS auslösen kann. Die Behandlungsmöglichkeiten sind heute besser als jemals zuvor, auch wenn die Krankheit AIDS nach wie vor nicht heilbar ist. Die Chancen, mit HIV alt zu werden, stehen gut – wenn die Infektion rechtzeitig erkannt und mit einer antiretroviralen Therapie gegen HIV begonnen wird. Erfolgreich behandelte HIV-Infektionen kann man heute als eine chronische Krankheit bezeichnen.

Aber immer noch wird hinter dem Rücken von Menschen mit HIV getuschelt, in einigen Fällen ist sogar der Arbeitsplatz in Gefahr. Zurückweisung, Ausgrenzung und die Angst davor wiegen heute für viele HIV-Positive schwerer als die gesundheitlichen Folgen der Infektion selbst. „Ursache für Zurückweisung und Diskriminierung sind häufig Vorurteile, Unwissen oder unbegründete Ängste vor einer Ansteckung, oft aber auch Vorbehalte, da HIV häufig mit Homosexualität, negativ bewerteten Sexualverhalten und Drogenkonsum in Verbindung gebracht wird“, so Susanne Hager, Sozialpädagogin am Gesundheitsamt Pfaffenhofen. „Obwohl es zum Thema HIV und anderen übertragbaren Krankheiten vielfältige Möglichkeiten der Information gibt, stellen wir im Beratungsalltag oft fest, dass die Bevölkerung darüber wenig oder falsches Wissen hat“, so Hager weiter.

Die Übertragungswege von HIV seien oft nicht bekannt. So würden Ängste entstehen, die sehr belastend aber vermeidbar wären. Susanne Hager nennt ein Beispiel: „Es wird nach wie vor fälschlicherweise davon ausgegangen, dass man sich auch heutzutage noch in Deutschland durch eine Bluttransfusion mit HIV anstecken kann. Auch in Alltagssituationen, beim Küssen, Streicheln und Umarmen ist der HIV-Virus nicht übertragbar.“ Im Vergleich zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ist HIV ein schwer übertragbarer Virus. HIV kann durch den Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten weitergegeben werden, wenn diese auf offene Wunden oder auf Schleimhäute gelangen. Da HIV insbesondere in Körperflüssigkeiten vorkommt, die beim Sex eine Rolle spielen – in Sperma, Scheidenflüssigkeit, im Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut und in (Menstruations-)Blut – sind die Übertragungswege v.a. ungeschützter Vaginal- und Analsex sowie die Aufnahme von Blut oder Sperma in den Mund beim Oralsex.

In allen Gesundheitsämtern in Bayern gibt es offene, anonyme, kostenfreie Angebote für einen HIV-Test. Auch AIDS-Beratungsstellen und AIDS-Hilfen bieten Tests an. Überall dort findet man Beratung und weitere Hilfe, wenn man sie braucht. „Es gilt allerdings zu bedenken, dass der Test keine Vorbeugemaßnahme gegen HIV darstellt. Ein negatives Testergebnis ist immer nur eine Momentaufnahme.
Grundsätzlich gilt: Safer Sex schützt“, so Susanne Hager. Immer mehr Raum nehmen im Beratungsalltag auch andere sexuell übertragbare Krankheiten (STI) wie Syphilis, Hepatitis C, das HPV-Virus oder Chlamydien ein. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weist auf die steigende Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen (STI oder STD) in Deutschland und Europa hin. Anders als HIV sind diese leicht zu übertragen. Kondome bieten nur einen eingeschränkten Schutz und manche STIs verlaufen ohne merkbare Symptome, sind aber meist einfach und effektiv zu behandeln wenn sie rechtzeitig erkannt werden.

Auf www.liebesleben.de von der BZgA finden sich umfassende Informationen zu sexuell übertragbaren Krankheiten. Weitere Informationen gibt es auch unter https://www.testjetzt.de/ und www.aids.de.