Untere Naturschutzbehörde informiert:

30.09.2016: Wertvollen ökologischen Lebensraum und Hecken schützen

Foto: Dirndorfer
Während der Herbst- und Wintermonate wird von den Naturschutzfachleuten des Landratsamtes immer wieder festgestellt, dass Hecken, Feldgehölze und Gebüsche gerodet, abgeschnitten, abgebrannt oder auf andere Weise „beseitigt“ werden.

„Wir bitten, auf derartige Maßnahmen aus ökologischen Gründen zu verzichten, um die natürlichen Lebensgrundlagen möglichst zu erhalten“, so Anita Engelniederhammer Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Pfaffenhofen. Da die Natur zum Teil großen Schaden nehmen kann, sollten radikale Pflegemaßnahmen auf keinen Fall vorgenommen werden. Anita Engelniederhammer: „Hecken, lebende Zäune und Feldgehölze verhindern z.B. die Bodenerosion und bieten ebenso wie die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen und ungenutztem Gelände vielen Tieren und Pflanzen vielfältige Lebensmöglichkeiten.“

Wer in derartige „ökologische Systeme“ eingreift, gefährde bei falscher Behandlung die ohnehin bereits stark bedrohte Kleintierwelt. Vor allem das Abbrennen von Feldrainen, ungenutztem Gelände, Hängen und Hecken zerstöre nachhaltig Fauna und Flora. Es sei daher besonders wichtig, die heimatliche Kulturlandschaft so zu bewahren, wie sie ist. „Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger durch ihr Verhalten dazu beizutragen, die Nist-, Brut- und Zufluchtsstätten unserer heimischen Tierwelt zu schützen“, so die Naturschutzreferentin.

Nach den geltenden Rechtsvorschriften ist unter anderem verboten, in der freien Natur z.B. Hecken, lebende Zäune, Feldgehölze oder –gebüsche einschließlich Ufergehölze zu roden, abzuschneiden, zu fällen oder auf sonstige Weise zu beeinträchtigen. Lediglich vom 1. Oktober bis 28. Februar sei die ordnungsgemäße Nutzung und Pflege, die den Bestand erhält, erlaubt.

Anita Engelniederhammer. „Selbstverständlich kann der Wuchs von Hecken, Feldgehölzen und Gebüschen nicht in vollem Umfang vorhergesehen werden. Zudem führen besondere Wetterereignisse dazu, dass aus Sicherheitsgründen auch während der Schonzeit ein Rückschnitt vorgenommen werden muss. In solchen Ausnahmefällen erteilen wir im Regelfall unverzüglich eine Ausnahmegenehmigung.“

An Feldgehölzen dürfe das Holz im Übrigen nur insofern genutzt werden, als einzelne Stämme zur Erhaltung des Gehölzes entfernt werden. Die Untere Naturschutzbehörde bietet hierzu eine fachliche Beratung an Ort und Stelle an und steht jederzeit bei Fragen zur Verfügung (Tel: 08441 27-316).