Mehr Sozialhilfe im Landkreis

30.01.2018: Die Nettobelastung in der Sozialhilfe betrug für den Landkreis Pfaffenhofen als örtlicher Träger der Sozialhilfe im Jahr 2017 rund 499.000 €.

Geld
„Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr auf den ersten Blick einen enormen Anstieg um 214.000 Euro“, berichtet Sozialamtsleiter Siegfried Emmer im Rahmen der Vorstellung seines Berichts für das Jahr 2017. Wie der Sozialamtsleiter erläutert, beruhe diese immense Steigerung aber hauptsächlich auf niedrigeren Erstattungen im Einnahmebereich, u.a. des Bezirks für Aufwendungen bei stationären und Krankenhausaufenthalten sowie für gesetzliche Krankkassenbeiträge.

Die laufenden Leistungen in der Hilfe zum Lebensunterhalt sind von rund 258.000 Euro in 2016 auf ca. 272.000 Euro in 2017 gestiegen, obwohl sich die Fallzahlen von 53 auf 50 reduzierten. Siegfried Emmer: „Dies liegt u.a. an den gestiegenen Wohnkosten und an speziellen Leistungen bei Behinderungen oder Krankheiten.“

Die Aufwendungen des Landkreises Pfaffenhofen für die Grundsicherung Arbeit für Arbeitslose (Kosten der Unterkunft) haben sich im letzten Jahr um rund 149.000 Euro oder 7,5 % gegenüber 2016 verteuert. Die Kosten lagen zum Jahresende bei rund 2,14 Mio. Euro. „Hauptursache hierfür sind in erster Linie das steigende Mietniveau, die erfolgte Anhebung der angemessenen Mietobergrenzen und die damit höheren berücksichtigungsfähigen Mietkosten“, so Emmer.

Wie der Leiter des Sozialamts weiter berichtet, sind auch die Aufwendungen für die Grundsicherung im Alter und für Erwerbsunfähige (jeweils Kosten für Lebensunterhalt und Unterkunft) wieder angestiegen. Diese beliefen sich im Jahr 2017 auf insgesamt rund 2,25 Mio. Euro. Gegenüber 2016 bedeutet dies eine Erhöhung der Kosten um ca. 18,4 %. Siegfried Emmer: „Die Gründe liegen hier u.a. bei einem Anstieg der Fälle von 406 in 2016 auf 415 Ende 2017. Zum anderen schlagen natürlich auch hier die gestiegenen Mietkosten zu Buche.“ Der Bund übernimmt seit 2014 die gesamten Kosten für Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit, so dass der Landkreis letztendlich im Bereich dieser Hilfen keine Kosten zu tragen hat.

Finanzielle Hilfen zur Pflege wurden in 2017 insgesamt in einem Umfang von knapp 78.500 Euro ausbezahlt. Gegenüber dem Vorjahreswert mit etwas mehr als 97.000 Euro bedeutet dies eine erneute Ausgabenreduzierung um 19 %. „Nach sinkenden Ausgaben in den Jahren 2013 und 2014, unterbrochen durch einen zwischenzeitlichen Anstieg in 2015, setzt sich der Trend sinkender Aufwendungen in diesem Bereich fort. Dies liegt in erster Linie daran, dass für Pflegeleistungen sehr oft der Bezirk Oberbayern zuständig ist und die Mehrheit der Leistungsempfänger beim Bezirk geführt wird“, so der Sozialamtsleiter.

Die Ausgaben für Asylbewerber, die der Freistaat Bayern trägt, sind im letzten Jahr nun erstmals um knapp 10,8 % gesunken. Sie betrugen zum Jahresende 2017 rund 5,38 Mio. Euro (2016: rund 6,03 Mio. Euro). Zum Jahresende 2017 waren insgesamt 947 Asylbewerber in 66 dezentralen Asylunterkünften im Landkreisgebiet sowie zusätzlich 237 Personen im Bayerischen Transitzentrum Manching-Ingolstadt in der ehemaligen Max-Immelmann-Kaserne untergebracht, die vom Sozialamt betreut und dem Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm zugerechnet werden. Hinzu kommen noch 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in separaten Wohnformen.