Naturfrevel: Biberdamm widerrechtlich zerstört

05.10.2016: Das Entfernen von Biberdämmen ist genehmigungspflichtig und kann deshalb nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen.

Foto: Kastner
Darauf hat das Landratsamt Pfaffenhofen jetzt in einer Pressemitteilung hingewiesen. Der Biberbeauftragte Andreas Kastner: „Werden Dämme, die eine Burg schützen zerstört, wird auch der Lebensraum des Bibers beeinträchtigt und damit gegen Naturschutzrecht verstoßen. Im Falle der Biberdämme im Wald bei Lampertshausen wurden die Dämme eines der wertvollsten Biberreviere im ganzen Landkreis aufgegraben und dadurch der ganze Biberteich abgelassen.“

In diesem Bereich habe sich seit mehreren Jahren eine Biberfamilie eine Burg aufgebaut und nutze diese mit dem entstandenen Gewässer als Lebensraum. Im Umfeld habe sich eine „mannigfaltige Tier- und Pflanzenwelt eingestellt“. Zudem hätten sich die Biberdämme in einem Ausgleichs-Biotop befunden und wären dafür auch notwendig gewesen. Durch das Ablassen des Biberteiches wurden die Fortpflanzungs- und Ruhestätten sowie der Lebensraum der Biber und der anderen Tiere wie z.B. Fische gestört. Eine massive Störung könne im Extremfall bis zur Aufgabe des etablierten Biberrevieres führen.

Im Bereich unterhalb der Biberdämme wurden klare Regelungen getroffen, wie mit den Biberdämmen in den Wiesen umgegangen werden kann, bzw. die Stellen benannt, an denen Dämme entfernt werden können. „Die Dämme im Wald bleiben unberührt“, so Kastner. Die Probleme wurde im Beisein von Herrn Schwab, Bibermanager für Südbayern erörtert und eine Vergrämung im Bereich des Spielplatzes als eine vernünftige Lösung erarbeitet. Andreas Kastner: „Bei der ganzen Situation sollte berücksichtigt werden, dass Gewässer generell eine Gefährdung für Kinder darstellen.“