"Als alles anders wurde..." - Malen für neurologisch erkrankte Menschen

30.01.2019: Einen Malkurs für neurologisch erkrankte Menschen bietet die vhs Landkreis Pfaffenhofen in ihrem aktuellen Frühjahrsprogramm.

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Das Projekt wurde vom Bündnis für Familie Landkreis Pfaffenhofen in Zusammenarbeit mit der Ilmtalklinik Pfaffenhofen, Zamor e.V. Ingolstadt (Beratungszentrum nach Schlaganfall und Hirnschädigung) sowie der vhs Landkreis Pfaffenhofen ins Leben gerufen.

Ideengeber für die Organisation einer Malgruppe für neurologisch Erkrankte war Dr. med. Peter Grein, Chefarzt der Akutgeriatrie, Schlaganfallmedizin und Neurologe an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen. „In der Arbeitsgruppe Pflege, Inklusion, Behinderung des Bündnisses für Familie wurde die Idee sofort begeistert aufgenommen. Mit Unterstützung von Zamor e.V., der vhs und dem Lions Club Pfaffenhofen als finanzieller Unterstützer konnte das Pilotprojekt im Oktober starten“, so Luitgard Starzer, Koordinatorin des Bündnisses für Familie. Aufgrund der sehr positiven Resonanz bei den Teilnehmern des Kurses, der ausschließlich für Schlaganfallpatienten gedacht war, habe sich die Organisatoren entschieden, die Malkurse künftig zweimal jährlich jeweils über die vhs anzubieten und auch für andere neurologisch Erkrankte zu öffnen.

Geleitet wird der erste Folgekurs, wie schon der Pilotkurs, von der in Wolnzach lebenden Künstlerin Nathalie Ponsot. „Unser Denken, Handeln und Fühlen wird vom Gehirn gesteuert. Bei einer neurologischen Erkrankung (nach Schlaganfall, Hirnblutung, Gehirntumor, Schädel-Hirn-Trauma nach Unfällen, bei Multipler Sklerose, Morbus Parkinson und entzündlichen Erkrankungen des Gehirns), weiß deshalb niemand genau, mit welchen Ausfällen Betroffene zukünftig konfrontiert sein werden. Die körperlichen Beeinträchtigungen zeigen sich sehr schnell, alles Weitere muss erprobt werden. Das Malen, der künstlerische Ausdruck, hilft Betroffenen bei der Krankheitsverarbeitung, hilft ihnen mit Abstand auf ihre Krankheit zu schauen. Sie erfahren, dass sie mehr sind als ein Mensch mit gelähmtem und gefühllosem Arm und Bein. Denn das Besondere beim eigenen gestalterischen Tun ist, dass - im Gegensatz zu den motorischen, sprachlichen und kognitiven Leistungen eines Menschen - das Künstlerisch-Schöpferische keinen Vergleich mit dem "wie früher" braucht. Die Frage nach einem "Perfekt!" gibt es nicht“, so Nathalie Ponsot. Nebenbei trainiere das Malen die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit und die Konzentration, aber auch die Feinmotorik von Hand und Fingern.

Der Kurs beinhaltet sechs Kurseinheiten und beginnt am Montag, 25. Februar 2019. Er findet 14-tägig von 16:30 bis 18:30 Uhr in der Anna-Kittenbacher-Schule Pfaffenhofen, Eingang Scheyerer Straße 55, Raum A5510 statt. Die Eigenbeteiligung beträgt 25 €, das Material wird gestellt.

Die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG finanziert mit einer Spende in Höhe von 500,00 € diesen ersten Folgekurs mit. Luitgard Starzer: „Ein großer Dank geht an die finanziellen Unterstützer des Projekts. Damit die Kursgebühr weiterhin auf 25 Euro begrenzt werden kann, werden weitere Spendengeber gesucht, gerne auch für regelmäßige Zuschüsse.“

Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann sich mit Luitgard Starzer in Verbindung setzen: luitgard.starzer@landratsamt-paf.de.