Vorsorge und Verhalten bei Unwetter, Starkregen und Hochwasser

24.08.2017: Der Landkreis Pfaffenhofen blieb in den letzten Wochen und Monaten von größeren Unwetterschäden, Starkregen und Hochwasser verschont.

Hochwasser Hohenwart 1993

Andere Regionen Bayerns hat es dagegen schwer getroffen. Infolge schwerer Unwetterschäden wurde kürzlich im Landkreis Passau Katastrophenalarm ausgelöst, Personen kamen zu Schaden, Sachwerte wurden zerstört. Vor diesem Hintergrund möchte das Landratsamt Pfaffenhofen darauf hinweisen, dass individuelle Vorsorgemaßnahmen, Selbstschutz und Selbsthilfe sehr wichtig sind und gibt Tipps und Hinweise, wie die Bürger individuell vorsorgen können.

„Extreme Wetterereignisse können jederzeit und überall auftreten“, so der Stellvertreter des Landrats Anton Westner. Neben dem Einsatz der Hilfskräfte und den Vorsorge- und Schutzmaßnahmen der öffentlichen Hand, komme der Eigenverantwortung und der Vorsorge der Bürgerinnen und Bürger bei der Abwehr und Bewältigung von Schadensereignissen eine ganz entscheidende Bedeutung zu.

Das Landratsamt Pfaffenhofen gibt daher einige Hinweise des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für den „Fall der Fälle“ weiter.

Wolfgang Koch, Leiter des Sachgebiets „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ am Landratsamt und zuständig für den Katastrophenschutz im Landkreis Pfaffenhofen: „Wir möchten die Menschen motivieren, sich mit dem Thema „Vorsorge und Verhalten bei Unwetter" auseinanderzusetzen.“

Was versteht man unter einem Unwetter?
Ein Unwetter ist – vereinfacht gesagt – ein extremes Wetterereignis verursacht durch Sturm oder Orkan, Hagel, Gewitter, Starkregen, Schneechaos. Als Folge davon kann es neben den direkt verursachten Schäden zu Sturzfluten und Hochwasser kommen.

Wie kann ich vorsorgen?
Vorsorgen heißt zu wissen, welche Gefahren für das persönliche Hab und Gut möglicherweise bestehen, was im Notfall zu tun ist und welche Vorsorgemaßnahmen sinnvoll sind.

Mögliche bauliche Schutzmaßnahmen

  • Mit baulichen Maßnahmen im Rahmen von Sanierungen und Neubauten lässt sich das Risiko eines Wassereintritts verringern, z.B. Verhinderung von Rückstau aus dem Kanalnetz, Schutz vor eindringendem Grundwasser, Abdichtung von Fenstern, Türen und Mauerwerk, Verwendung von geeignetem Material, Erhöhung von Lichtschächten und Eingangsbereichen, Gärten, Außenanlagen und Dachbegrünung als Rückhalteflächen.
  • Reinigen Sie Dachrinnen regelmäßig von Laub, damit das Wasser besser abfließen kann.
  • Bei Stürmen ergeben sich Gefahren vor allem für Dächer und Fassaden, Vordächer und Vorbauten, deshalb ist es ratsam, Dach- und Fassadenelemente sturmsicher zu planen und zu bauen, und regelmäßig Kontroll- und Wartungsarbeiten durchführen zu lassen; zur Verantwortung des Grundstückseigentümers gehört auch, Bäume auf Standsicherheit zu prüfen.
  • Schützen Sie Ihr Haus mit einem Blitzschutzsystem, das Sie regelmäßig warten lassen.
  • Sichern Sie Heizöl- oder Gastanks gegen Aufschwimmen.

Auskunft zu baulichen Maßnahmen hierzu geben die Fachleute des Baugewerbes, Planer und Handwerker.  
 
Persönliche Vorsorge

  • Lagern Sie Ihr Hab und Gut je nach Bedeutung so, dass wichtige und wertvolle Gegenstände und Unterlagen geschützt sind, z.B. Aufbewahrung in wasserdichten Behältern, weiter oben im Kellerregal oder gar nicht im Keller. Heben Sie wichtige Dokumente in wenigen Ordnern an einem geschützten Ort auf. Überlegen Sie, was Sie im Notfall auf welche Weise mitnehmen.
  • Informieren Sie sich und Ihre Mitbewohner über die Haustechnik (z.B. Strom-Hauptschalter, Absperrventile) und klären Sie, wer sie im Notfall bedient.
  • Halten Sie für Notfälle grundsätzlich bereit: Reservebatterien, Kerzen, Feuerzeug/Streichhölzer, netzunabhängiges Radio, Trinkwasser, (lebenswichtige) Medikamente; laden Sie den Akku Ihres Handy bzw. geeignete Akkupacks.
  • Machen Sie sich Gedanken über die Versorgung von hilfsbedürftigen oder kranken Personen und Haustieren, sowie über die Verständigung mit Nachbarn.

Versicherung
Versichern Sie nach Möglichkeit Gebäude und Hausrat gegen Schäden, die trotz staatlicher und privater Vorsorgemaßnahmen entstehen können.
Prüfen Sie, ob für Ihre Immobilie eine Elementarschadenversicherung sinnvoll ist!
Dokumentieren Sie wertvolle Gegenstände z.B. durch Fotos. Informieren Sie sich bei den Versicherungsunternehmen oder der Verbraucherzentrale Bayern http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/Versicherung

Hinweis: Die persönliche Beratung ist i.d.R. kostenpflichtig.


Wie verhalte ich mich während eines Unwetters, bei einer Sturzflut oder Hochwasser?

 
Grundregeln






Was ist danach zu tun?

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Dies sind nur einige wesentliche Empfehlungen bei Unwetterereignissen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine Reihe von Bürgerinformationen u.a. zu Hochwasser, Unwetter, Starkregen und Sturzfluten, Gewitter herausgegeben (Internet, Broschüren, Filme):

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Provinzialstraße 93, 53127 Bonn, Postfach 1867 ,Telefon: 0228 99550-0, E-Mail: poststelle@bbk.bund.de, www.bbk.bund.de .

Ratgeber zur Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen: http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Buergerinformationen_A4/Checkliste_Ratgeber.pdf?__blob=publicationFile

Bevölkerungsinformationen: http://www.bbk.bund.de/DE/Ratgeber/Handeln_in_Katastrophen/Handeln_in_Katastrophen.html

Kurzfilme zu baulichen Maßnahmen:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLKLfpgCj_g6WmM8tZvB5NwKmzLKMLUJlW


Ansprechpartner im Landratsamt sind
Wolfgang Koch (Tel. 08441 27-240;
wolfgang.koch@landratsamt-paf.de)
und Matthias Krenauer (Tel. 08441 27-241;
matthias.krenauer@landratsamt-paf.de).