Exportweltmeister Bayern - Chance für KMUs

21.09.2017: Bayern trägt den Titel „Exportweltmeister“ zu Recht. „Betrachtet man die Zahlen der Außenhandelssituation von 1998 - 2016 ist ein stetiger Aufwärtstrend zu erkennen.“

Über 60 Unternehmensvertreter erhielten beim dritten KUS-Unternehmerfrühstück in Pfaffenhofen wertvolle Strategieempfehlungen für den weltweiten Markteintritt. Foto: KUS

Betrachtet man die Zahlen der aktuellen Außenhandelssituation von 1998 - 2016, ist ein stetiger Aufwärtstrend deutlich zu erkennen. In den ersten sieben Monaten 2017 erzielte Bayerns Wirtschaft einen Exportwert von 112,1 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 5,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 darstellt. Der Importwert beläuft sich auf 103,5 Milliarden Euro, damit ein Plus von 8,6 Prozent. Die Erschließung internationaler Märkte bietet KMUs eine große Chance, die genutzt werden sollte.

Beim dritten KUS-Unternehmerfrühstück am Mittwoch, 20. September 2017 wurde auf das Thema „Internationalisierung - Strategien für KMUs“ explizit eingegangen. Über 60 Unternehmensvertreter sind der Einladung des Kommunalunternehmens Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm (KUS) in die Kaffeerösterei Sécolino der BavarResi Tenne in Pfaffenhofen gefolgt.

„Im bayerischen Vergleich sind die Betriebe im Landkreis Pfaffenhofen auf den internationalen Markt noch eher zurückhaltend unterwegs. Mit der heutigen Veranstaltung wollen wir Wege in die Internationalisierung aufzeigen“, erklärte KUS-Vorstand Johannes Hofner. Laut den Exportquoten der bayerischen Industrie 2016 bildet der Kreis Pfaffenhofen mit nur 12 Prozent das Schlusslicht.

Welche Mittel und Wege es für den Einstieg in die verschiedenen Weltmärkte gibt, erläuterte der erfahrene Experte und Bereichsleiter für Außenwirtschaft der IHK München und Oberbayern, Frank Dollendorf. „Mit bayerischen Förderinstrumenten hat man großartige Möglichkeiten sich international zu positionieren. Diese müssen aber sinnvoll eingesetzt werden“, so Dollendorf. In seinem Vortrag gab er einen Überblick, wie man durch Unternehmer- und Delegationsreisen einen Einblick in vielversprechende Auslandsmärkte erhalten kann. Das Messebeteilungsprogramm, das Programm „Fit for Partnership“ und „Go International“ sind weitere Projekte, welche die kleinen und mittelständischen bayerischen Unternehmen unterstützen.

Erfolgreiche Mittelständler werden einmal im Jahr mit dem „Exportpreis Bayern“ ausgezeichnet. „Auch wenn die Exportquote für den Landkreis noch die niedrigste in Bayern ist, der aussagekräftige Preis ging 2015 an den Kleiderbügelhersteller MAWA aus Pfaffenhofen“, bestätigt Hofner. Ebenfalls herausragend etabliert auf dem Exportmarkt hat die Lowa Sportschuh GmbH aus Jetzendorf. Matthias Preussel berichtete hierzu im zweiten Teil des KUS-Unternehmerfrühstücks, wie man sich auf über 60 Exportmärkten weltweite Präsenz verschaffen konnte. Der LOWA Sales Director Asia-Pacific ging in seiner Präsentation auf viele wichtige Aspekte für den internationalen Markteintritt ein. Der Experte riet dabei, nichts zu überstürzen und sich für sämtliche Entscheidungen viel Zeit einzuplanen. „Man muss eigene Strategien entwickeln und für sich finden. Durch unterschiedliche Marktgegebenheiten bringt es nichts, vorhandene zu kopieren“, resümiert Preussel.

Mit vielen neuen Möglichkeiten und Strategien ging es im Anschluss zum gemeinsamen Austausch ans Frühstücksbuffet, wobei Manfred Spenger von der Kaffeerösterei Sécolino detaillierte Einblicke in den Vorgang der Bohnenrösterei und der Entstehung guten Kaffeegeschmacks gab. Die bekannte Veranstaltungsreihe „KUS-Unternehmerfrühstück“ wird auch im nächsten Jahr fortgesetzt. Termine und Themen veröffentlicht das KUS zu einem späteren Zeitpunkt.