Neue Wiesenbrüterberaterin für den Landkreis

15.10.2018: Jana Holler ist die neue Gebietsbetreuerin für Wiesenbrüter im Landkreis Pfaffenhofen. Landrat Martin Wolf und Anita Engelniederhammer, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, hießen die Wiesenbrüter-Beraterin und freiberufliche Biologin herzlich willkommen.

v.l.n.r.: Anita Engelniederhammer, Jana Holler und Landrat Martin Wolf, Foto: Landratsamt

Die Aufgabe von Jana Holler wird es sein, die Populationen und Bruterfolge der Wiesenbrüter zu dokumentieren, ihren Lebensraum durch ein geeignetes Management der Flächen zu verbessern, sowie direkte Schutzmaßnahmen selbst durchzuführen. „Wiesenbrüter wie der Große Brachvogel und der Kiebitz sind unsere Leitarten und mittlerweile unmittelbar vom Aussterben bedroht. Daher stellt die Gebietsbetreuung eine große Chance für uns dar, den Schutz der Wiesenbrüter enorm zu verbessern“, so Landrat Martin Wolf.

Für Jana Holler ist es bei ihrer Arbeit sehr wichtig, die Öffentlichkeit, alle Interessensgruppen und insbesondere die Landwirte in den Wiesenbrüterschutz miteinzubeziehen und sie dafür zu begeistern. „Mein Ziel ist es, maßgeschneiderte Nutzungskonzepte für einzelne Landwirte zu erstellen und sie durch das Vertragsnaturschutzprogramm zu unterstützen“, so Jana Holler. Zudem werden die Öffentlichkeitsarbeit, durch Führungen und Vorträge, sowie die Besucherlenkung einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bilden. Jana Holler freut sich auf einen regen Austausch mit allen Interessensgruppen.

Bei Fragen, Sichtungen oder Anregungen zu Wiesenbrütern, wie Kiebitz oder Großer Brachvogel, kann man sich jederzeit an die neue Gebietsbetreuerin wenden. Freiwillige Mithelfer und Informationen jeder Art können den Schutz der Wiesenbrüter dabei nur verbessern. Der Landkreis Pfaffenhofen wurde vom Umweltministerium für eine der in Bayern raren Gebietsbetreuerstellen für Wiesenbrüter ausgewählt. Das Projekt läuft voraussichtlich bis Ende März 2021 und deckt die Wiesenbrütergebiete im Paartal, Pucher Moos, Feilenmoos, Irschinger Moos und im Unteren Ried ab. „Das Projektgebiet gehört zu den wenigen reproduzierenden Brachvogelgebieten“, so Anita Engelniederhammer.

Außerhalb des voralpinen Moor- und Hügellandes handle es sich um die größten zusammenhängenden Wiesenflächen in Bayern, im Paartal ca. 340 ha, im Feilenmoos ca. 450 ha. Dieses offene und unzerschnittene Grünland sei ein idealer Brutplatz für Wiesenbrüter.

Die Gebietsbetreuerstelle wird durch den Bayerischen Naturschutzfonds, den Bezirk Oberbayern und den Landkreis Pfaffenhofen finanziert. Die Gesamtkosten für den Zeitraum belaufen sich auf rund 96.000 Euro. Auf den Landkreis entfallen rund 22.000 Euro.