Gespinstmotten: Nicht schön, aber dafür auch nicht gefährlich!

29.05.2019: Im Frühjahr gibt es immer wieder abgefressene Bäume und Sträucher zu sehen, die mit einem Gespinst überzogen sind.

Foto: Kastner
Gespinstmotten

Wie Kreisfachberater Andreas Kastner von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt mitteilt, handelt es sich dabei in der Regel um sog. Gespinstmotten. „Befallen werden vor allem Pfaffenhütchen, Traubenkirschen sowie Weiden. Auch an Obstbäumen und anderen Gehölzen kommt es gelegentlich zu einem Befall“, so Kastner.

Die Raupen sind im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner nur wenig behaart, schmutzig weiß bis gelblich und werden etwa 2 cm lang. Nach der Überwinterung an Trieben und Zweigen spinnen die Raupen im Frühjahr teilweise ganze Sträucher und Bäume ein. Haben sich die Raupen verpuppt, schlüpft ein weißlicher, dunkel gepunkteter Falter und der Lebenszyklus beginnt von neuem. Gefährlich für Menschen sind diese Raupen nicht.

Andreas Kastner: „Der Kahlfraß führt bei einem regelmäßigen Befall zu einer Schwächung der Pflanze und beeinträchtigt das Erscheinungsbild der Gehölze. Die Pflanzen treiben aber auch ohne Behandlung im gleichen Jahr wieder aus und meist ist es dann so, wie wenn nie etwas gewesen wäre.“

Für den Hausgarten empfiehlt der Kreisfachberater mechanische Maßnahmen: „Am besten werden die noch kleinen Gespinste direkt entfernt. In der freien Natur sollte dem Schauspiel freie Hand gelassen werden, zumal hier ein Pflanzenschutzmitteleinsatz verboten ist.“ Eine Bekämpfung der im Gespinst geschützten Raupen sei ohnedies nicht besonders erfolgreich.

An markanten Stellen könne man gezielt auf die Pflanzung von befallsgefährdeten Pflanzen verzichten. „Im Sinne der Artenvielfalt freuen sich aber auch unsere Vögel über den reich gedeckten Tisch“, so Kastner.