3. Nationalpark im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern

22.11.2017: Kürzlich fand im Landratsamt Kelheim ein weiterer gemeinsamer Gedankenaustausch über den geplanten dritten Nationalpark in Bayern statt.

Vohburg Donauauen
Teilgenommen haben die Landräte der Landkreise Kelheim, Neuburg-Schrobenhausen, Donau-Ries, Freising, Rhön-Grabfeld, Eichstätt, der Stellvertreter des Landrats des Landkreises Pfaffenhofen, der Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt und der zweite Bürgermeister des Marktes Pförring.

Das bereits zweite Gespräch dieser Art wurde fachlich um die Informationen des Landrates aus dem Landkreis Freising zur Thematik der „Isarauen“, sowie die Ausführungen des Landrates des Landkreises Rhön-Grabfeld zu einem möglichen Standort eines dritten Nationalparks in der Rhön bereichert. Die Teilnehmer sehen sich dabei nicht als Konkurrenten um den zukünftigen Standort, sondern werden sich im weiteren Fortgang der Diskussion im Sinne einer kooperativen Zusammenarbeit gegenseitig unterstützen.

Die Anwesenden kamen überein, dass ein Nationalpark grundsätzlich einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit einer Region liefern kann, wenn dieser auf der Grundlage eines durchdachten Konzeptes mit adäquaten Lösungsansätzen für konkrete Probleme entwickelt wird. Neben diesem grundlegenden Konzept ist jedoch insbesondere auch die Information der Bevölkerung vor Ort von zentraler Bedeutung für das Gelingen eines solchen Projektes. In diesem Zusammenhang wäre die Einrichtung sowohl eines stationären Informationsbüros, als auch eines mobilen Informationsbusses wünschenswert.

Auf diesem Wege könnte die Information und damit einhergehend auch die Akzeptanz der Bevölkerung vor Ort noch umfassender durch das verfahrensführende Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz erreicht werden. Der Stellvertreter des Landrats Anton Westner bekräftigt diese Haltung: „Der Landkreis Pfaffenhofen tritt für einen offenen Dialog unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein. Die Bedenken und Fragen der Beteiligten müssen dabei ernst genommen werden. Für mich ist es ganz entscheidend, dass sich aus der Ausweisung als Nationalpark für die Land- und Forstwirtschaft im Schutzgebiet und der Umgebung, sowie für Rechtler, Fischer und Jäger keine Nachteile ergeben. Damit dieser Dialog stattfindet, habe ich kürzlich mit Staatsministerin Ulrike Scharf vereinbart, dass sie zur Information und zum Meinungsaustausch nach Vohburg kommt“, so der Stellvertreter des Landrats.

Um die Diskussion im aktuellen Stadium weiterbringen zu können, ist nun zeitnah die Erstellung eines grundstücksgenauen Umgriffs durch das Ministerium notwendig. Anhand dieser konkreten Informationen können dann erst abstrakte Problemstellungen sachlich fundiert erörtert werden. Daneben wären ebenfalls erste Informationen zu den fachlich vorgesehenen Einrichtungen z.B. zum Thema wissenschaftliche Forschung erstrebenswert.

Um das Anliegen einer noch ausführlicheren Information durch das Ministerium zu unterstreichen wird eine gemeinsame Erklärung an Frau Staatsministerin Scharf verfasst. Die Anwesenden sind sich einig, dass das Projekt eines dritten Nationalparks dabei grundsätzlich nur gelingen kann, wenn es auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und mit der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger entwickelt wird.