Ökologisches Kleinod bietet Zuhause für gefährdete Amphibienarten

29.11.2017: In einer ehemaligen Lehmgrube in der Nähe von Gröben wurden gleich vier gefährdete Amphibienarten mitten in der intensiv genutzten Agrarlandschaft gefunden.

Konblauchkröte
Knoblauchkröte, Kleiner Wasserfrosch, Teichmolch und Kammmolch – alle auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

In den letzten Jahren verlandete das Laichgewässer immer mehr.

Um das langfristige Überleben der Amphibien zu sichern, ließ die Gemeinde Gerolsbach den Tümpel kürzlich teilweise ausbaggern. Nun sollen die Niederschläge im Herbst und Winter das Laichgewässer weiter füllen, damit es den Amphibien in der nächsten Laichsaison ideale Bedingungen bietet. Gerolsbachs Erster Bürgermeister Martin Seitz: „Mit dem Ausbaggern des Laichgewässers hat die Gemeinde Gerolsbach einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz geleistet.“

Auch Anita Engelniederhammer, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Pfaffenhofen, findet nur lobende Worte zum Projekt: „ Wir freuen uns sehr über dieses vorbildliche Engagement der Gemeinde Gerolsbach.“ Erst in den letzten Jahren wurden die seltenen Amphibienarten nacheinander entdeckt. Dr. Ernst Krach fand das Knoblauchkrötenvorkommen, Karlheinz Schaile entdeckte die Teichmolche sowie die Kleinen Wasserfrösche und letztes Jahr fand Angela Grau, Mitglied im Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern, im Rahmen der Naturschutzfachkartierung Pfaffenhofen noch die Kammmolche.

Insbesondere Knoblauchkröten und Kammmolche gelten bayernweit als stark gefährdet. Günter Hansbauer, Amphibienexperte beim Landesamt für Umwelt in Augsburg, stuft das Gewässer nach der Entdeckung der seltenen Amphibienarten als mindestens regional, wenn nicht sogar überregional bedeutsam ein.