Energieeffizienz und Klimaschutz im Pflegesektor

19.11.2018: Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Energieeffizienz und Klimaschutz im Pflegesektor, Foto: Schönhärl
Welchen Beitrag der Pflegesektor zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten kann, war Gegenstand der Informationsveranstaltung „Energieeffizienz und Klimaschutz im Pflegesektor“, die kürzlich im Landratsamt Kelheim stattfand. Das Informationstreffen wurde als interkommunale Veranstaltung gemeinsam von den Landkreisen Freising, Kelheim und Pfaffenhofen a.d.Ilm ausgerichtet. Ziel war es, Mitarbeitern aus Pflegeeinrichtungen eine Plattform für den Austausch rund um das Thema Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu bieten und den Aufbau eines Netzwerks zu unterstützen.

Nach der Begrüßung durch den Kelheimer Landrat Martin Neumeyer erfuhren die rund 50 Teilnehmer aus Fachvorträgen und Erfahrungsberichten, welche technischen Möglichkeiten es zur Energieeinsparung gibt und welche Rolle die Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Umsetzung spielt. Markus Loh von der Viamedica Stiftung für eine gesunde Medizin (Freiburg) stellte in seinem Beitrag „Klimaschutz und Energieeinsparung in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen“ das Projekt KLIK-Energie und die App „Klimaretter – Lebensretter“ vor, die für Pflegeeinrichtungen ebenso wie für Kliniken effektive Möglichkeiten bieten, Energiekosten zu senken.

„Pro Bewohner/in einer Alten- oder Pflegeeinrichtung rechnet man mit einem jährlichen Energieverbrauch, der so hoch ist, wie der eines Einfamilienhauses mit 4 bis 6 Personen“, erläuterte Markus Loh und verwies auf das große Einsparpotenzial in den Bereichen Heizen, Beleuchtung, Ent- und Versorgung, das in vielen Fällen ohne teure Investitionen genutzt werden kann. Den Bogen zur ethischen Aufgabe des Sozial- und Pflegesektors, die hohen Energieverbräuche zu reduzieren und aktiv für eine klimafreundliche Zukunft einzustehen, spannte Steffen Lembke vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt. Eindrücklich wies er darauf hin, dass es der gemeinsamen Anstrengung aller Akteure bedarf, den Energieverbrauch in Heimen und Kliniken sowie den CO2-Fußabdruck der Mitarbeiter und Bewohner zu reduzieren, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. Möglich sei das seines Erachtens nur mit einem systematischen und ganzheitlichen Ansatz. Der Fokus dürfe nicht nur auf die „klassischen Bereiche“ Strom und Wärme gelenkt werden.

Insbesondere die Verpflegung sei in Pflegeeinrichtungen ein entscheidender CO2-Faktor. Im Anschluss stellten Doris Rottler, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Pfaffenhofen, und Julia Schönhärl, Regionalmanagerin des Landkreises Kelheim, die Projekte „Erneuerbare Energie für Pflege“ des Steinbeis-Forschungsinstitutes (Stuttgart) und das Energieeffizienz-Netzwerk für Alten- und Pflegeheime der Stadtwerke Kiel vor. In diesen Projekten werden Verhaltensänderung und die Nutzung technischer Potenziale schon jetzt erfolgreich umgesetzt. Wie kostensparend die Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge für Pflegeeinrichtungen sein kann, präsentierte Annette Schwabenhaus, Beraterin Elektromobilität, an den Beispielen der Caritas Sozialstation in Hirschau/Amberg und der Diakonie Donau-Ries.

In jedem der Beiträge war auf die effektive Arbeit von Netzwerken hingewiesen worden. Dies griff Dr. Uwe Götz von der Arqum GmbH auf und stellte die Optionen und Fördermöglichkeiten für Energie-Netzwerke in Bayern und bundesweit vor. Wie ein solches Netzwerk effektiv funktioniert und den Mitgliedern Nutzen bringt, verdeutlichte Birgit Schuon der München Klinik, die langjährige Erfahrung mit Umwelt- und Energiemanagement, dem Ökoprofit-Programm der Stadt München und der EMAS-Zertifizierung aufweist und die Teilnehmenden ermutigte, diese Systeme für sich zu nutzen und sich zu vernetzen.

Wer sich für die Beteiligung an einem Netzwerk „Klimaschutz im Pflegesektor“ interessiert, kann sich an die zuständigen Stellen in den drei Landkreisen wenden. Im Landkreis Pfaffenhofen ist dies Doris Rottler: Tel. 08441 27 398, E-Mail: Doris.Rottler@landratsamt-paf.de