„Isst du schon oder sammelst du noch?“ - Wildkräutervortrag des Gesundheitsamts

30.10.2018: Großen Anklang fand der Wildkräuter- und Ernährungsvortrag „Isst du schon oder sammelst du noch“ im Hofbergsaal in Pfaffenhofen.

Wildkräuter
Eingeladen zu der Veranstaltung hatte das Gesundheitsamt Pfaffenhofen in Kooperation mit dem Seniorenbüro Pfaffenhofen. Der Vortrag war Teil der Schwerpunktkampagne "Mein Freiraum. Meine Gesundheit. In jedem Alter." des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. „Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil eines gesunden und mobilen Lebensstils“, so Susanne Hager vom Gesundheitsamt Pfaffenhofen.

Theoretisch sei sich fast jeder darüber im Klaren, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist und wie diese aussehen sollte. Informationen dazu erhalte man auf vielfachen Wegen. „Um im Rahmen der Kampagne etwas ganz Besonderes zu bieten, haben wir uns entschlossen, einen Vortrag zur heilenden Kraft von Wildkräutern und wie man damit die eigene Küche bereichern zu organisieren “, so Susanne Hager. Die Ernährungsmedizinerin und Kräuterpädagogin Annelies Dick, die als Referentin den Vortrag leitete, erklärte zu Beginn lachend: „Ich kann nicht als Moralapostel auftreten, da hören mir die Leute nicht zu. Der Mensch muss auch hin und wieder a bissl Zucker erwischen, um glücklich zu sein!“

Annelies Dick hatte verschiedene selbstgemachte Leckereien zum Probieren für die Teilnehmer im Gepäck, so z.B. selbstgemachtes Pesto aus verschiedenen Kräutern, Kräuterquark, Thymian-Blätterteigschnecken oder eine Tarte mit Brennnesseln und Giersch.

Nach einigen einleitenden Worten zur allgemeinen gesunden Ernährung wie Kalorienverbrauch und Vitaminzufuhr wandte sich die Kräuterexpertin den medizinischen und therapeutischen Anwendungsbereichen von Kräutern zu. „Im Gegensatz zum Antibiotikum, das nur gegen Bakterien hilft, helfen pflanzliche Wirkstoffe auch gegen Viren und Pilze“, so die Referentin. Wildkräuter enthalten auch oft Bitter– oder Gerbstoffe, die generell eine positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt haben, wie z.B. der kaum noch bekannte Andorn, der bei Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen helfen kann. Der Andorn wurde von der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gewählt.

Die Teilnehmer erhielten außerdem verschiedene Basisinformationen in Sachen Kräuterkunde. Die Referentin hatte zu diesem Zweck Kräuter dabei, die während des Vortrags herumgereicht wurden. So wurde u.a. die Bestimmung von Lippenblütlern erläutert, zu denen auch die Pfefferminze oder der Thymian zählen. „Mein Favorit unter den Kräutern ist der Giersch, der wie Petersilie schmeckt“, schwärmte Annelies Dick: „Dieses Biogemüse ist unermüdlich nachwachsend und noch dazu völlig umsonst.“

Im Anschluss an den Vortrag unterhielten sich die Teilnehmerinnen angeregt mit der Referentin, und stellten gezielte Fragen zu weiteren Anwendungsbereichen oder der Kultivierung von Wildkräutern. Rezepte konnten in den ausgelegten Büchern nachgeschlagen werden.

Annelies Dick hatte für ihren Vortrag zahlreiche Kräuter im Gepäck.

Annelies Dick hatte für ihren Vortrag zahlreiche Kräuter
im Gepäck