Hohe Mietkosten schlagen sich in den Sozialausgaben nieder

20.11.2018: Ständig steigende Mietkosten sind die Preistreiber bei den Sozialausgaben des Landkreises Pfaffenhofen a. d. Ilm.

Geld
Mehrausgaben gibt es vor allem in den Bereichen Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt. "Die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums und die Belebung des sozialen Wohnungsbaus sind deshalb weiterhin Themen mit großer Bedeutung", betonte Landrat Martin Wolf bei der letzten Sitzung des Sozialausschusses des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm. Die Schaffung von Bauland und Wohnungen sei nach wie vor dringend erforderlich, so der Landrat. Zu den Mietkosten, für die der Landkreis für Hilfebedürftige aufkommt, überweist der Bund als Ausgleich an die Kreiskasse jährlich mehr oder weniger linear steigende Zuschüsse. Unter dem Strich beläuft sich der „Netto-Aufwand“, des Landkreises Pfaffenhofen für die unmittelbaren Unterstützungsleistungen und die so genannten „Unterkunftskosten“ auf rund 2,5 Millionen €. Dabei machen die Kosten für die Miete mit rund zwei Millionen € den größten Teil aus.

Derzeit gibt es bei der Sozialhilfe im Landkreis rund 500 Einzelpersonen und Familien, die unterstützt werden, davon 408 bei der Grundsicherung und 52 bei der Hilfe zum Lebensunterhalt.

Ein weiteres Thema bei der Sitzung war die Einrichtung eines Pflegestützpunkts. Auf Vorschlag von Landrat Martin Wolf wird zur Zeit im Landratsamt eine entsprechende Beratungsstelle vorbereitet, bei der alle Informationen zum Thema Pflege zusammenlaufen. Betroffene Bürger können sich nach deren Installation an das Sozialamt wenden. "Der Bedarf nach entsprechenden Hilfestellungen wird immer größer", betonte der Landkreischef. "Wenn bei einem Angehörigen der Pflegefall eintritt, stehen viele Menschen dieser Situation hilflos gegenüber", erläuterte Martin Wolf. Man wolle im Landratsamt „niederschwellig“ zunächst eine Erst-Anlaufstelle einrichten, an die sich die betroffenen Bürger wenden können. Der Landrat: „Damit leisten wir Vorsorge für die älter werdende Gesellschaft." Das Angebot des Landratsamts soll eine Ergänzung zu den bereits bestehenden Beratungsangebote in diesem Bereich sein, keine Konkurrenz. Der Ausschuss nahm die Planung positiv zur Kenntnis.

Beim Sachbereich Asyl war im Jahr 2018 die Zahl der betreuten Migranten weiterhin rückläufig. Wurden am Jahresanfang noch 1224 Personen gezählt, so sind es aktuell (Stichtag: 18. Oktober) 1133 Menschen. Für die Unterbringung der hilfesuchenden Personen stehen derzeit insgesamt 63 in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Bayern angemietete Immobilien zur Verfügung. Am Jahresanfang waren es 67 Häuser und Wohnungen. Die Herkunftsländer mit den meisten Asylbewerbern und Flüchtlingen im Landkreis sind Afghanistan, Pakistan, Nigeria und Syrien. Nach einer Aufstellung des Sozialamts gibt der Freistaat Bayern für die Betreuung dieses Personenkreises im Landkreis Pfaffenhofen jährlich rund 6,3 Millionen € aus. „Es ist weiterhin eine große Herausforderung, die Betreuung der Asylbewerber und Flüchtlinge zu organisieren“, betonte Michael Reile, Leiter der Abteilung Soziales und Allgemeine Rechtsfragen beim Landratsamt. Insbesondere die Unterbringung der Menschen auf dem angespannten Wohnungsmarkt sei eine wichtige Aufgabe. Hierbei müsse viel Beratungs– und Unterstützungsaufwand betrieben werden.

Wichtig sei auch, die ehrenamtlichen Unterstützergruppen zu erhalten und zu koordinieren. Ferner gelte es, die Integrationsleistungen weiterzuführen und auszubauen. Landrat Martin Wolf betonte in diesem Zusammenhang, dass "die Flüchtlingsfrage wie keine andere unsere Gesellschaft spaltet“. Auf der einen Seite wolle ein großer Teil der Gesellschaft Menschlichkeit zeigen, ein anderer Teil habe jedoch Angst vor Überfremdung und dem Verlust der Rechtsstaatlichkeit. Er als Landrat verstehe seine Arbeit dahingehend „Brücken zu bauen“, dass unsere Gesellschaft nicht weiter „auseinanderdriftet“.

Die Interventionsstelle für häusliche Gewalt des Caritas-Kreisverband Eichstätt wird der Landkreis Pfaffenhofen künftig jährlich mit rund 3600 € unterstützen. „Das Beratungsangebot der Interventionsstelle wird auch von Frauen aus dem Norden des Landkreises Pfaffenhofen wahrgenommen“, so Landrat Martin Wolf. Im Jahr 2017 wurden von der im Aufbau befindlichen Beratungsstelle insgesamt 76 Frauen beraten. Von den Polizeiinspektion in der Region 10 erhielt man 68 Meldungen über Fälle von häuslicher Gewalt, davon stammten 17 von den Polizeiinspektionen aus dem Landkreis Pfaffenhofen. Die finanzielle Förderung wurde von Seiten des Sozialausschusses befürwortet.

Abschließend wurden die Richtlinien für die Vergabe von Förderpreisen für vorbildliche Projekte in der Seniorenarbeit vorgestellt Mit dem Preis, der in diesem Jahr erstmals vergeben wird, sollen realisierte Projekte ausgezeichnet werden, die die Lebensbedingungen der älteren Menschen in den Gemeinden nachhaltig verbessern und dazu beitragen, dass Senioren mit einer hohen Lebensqualität in Ihrem Heimatort im gewohnten Lebensumfeld wohnen bleiben können. Einzelne hervorragende Leistungen im Bereich der Seniorenarbeit werden dabei besonders gewürdigt und ausgezeichnet. "Vor allem vorbildliche Beispiele aus dem Landkreis werden dadurch einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und zur Nachahmung angeregt“, so Landrat Martin Wolf. Die Kreisräte und beratenden Mitglieder des Ausschusses zeigten sich von der Idee recht angetan.