„Übung macht den Meister“- Katastrophenschutzübung an der MERO-Pipeline erfolgreich verlaufen

13.11.2018: Die Katastrophenschutzübung der Katastrophenschutzbehörde am Landratsamt und der Mitteleuropäischen Rohölleitung (MERO) an deren Pipelinesystem im Bereich zwischen Vohburg und Irsching ist erfolgreich verlaufen.

Landrat Wolf beobachtet die Übung
Das teilt das Landratsamt mit. Die Übung diente der Überprüfung des amtlichen Sonder-Katastrophenschutz-Plans für die MERO im Streckenabschnitt zwischen der MERO-Pumpstation Vohburg und der Schieberstation bei Irsching. Gegenstand der Übung waren insbesondere die Überprüfung der Meldewege, die Lecksuche, das Einbringen der Ölsperren, die Zusammenarbeit der eingesetzten Einheiten, die Arbeit der Örtlichen Einsatzleitung und die Zusammenarbeit mit der MERO Germany GmbH.

„Übung macht den Meister – das gilt auch im gesamten Rettungswesen. Ich konnte beobachten, wie professionell die Feuerwehrleute die Ölsperren ausbrachten und wie perfekt organisiert die Örtliche Einsatzleitung das Übungsszenario abarbeitete. Katastrophenschutzübungen sind notwendig, damit der Ernstfall gut bewältigt werden kann. Der Bayernoil-Unfall am 1. September hat uns das gezeigt. Ich danke allen beteiligten Einsatzkräften für Ihre Arbeit, die professionelle Einstellung und ihre ehrenamtlich geleiteste Zeit für die Gemeinschaft“, zeigt sich Landrat Martin Wolf beeindruckt vom Übungsgeschehen.

Nach den Bestimmungen des Katastrophenschutzes wird regelmäßig, ca. alle ein bis zwei Jahre, ein gesamter sogenannter Schieberabschnitt unter Bedingungen des Ernstfalls beübt. Im Übungsszenario wurde von einem Leck in der Ölleitung ausgegangen: In der Leitzentrale der MERO in Vohburg signalisierten die Leckerkennungssysteme ein Leck. Die Leitzentrale informierte unter anderem die Integrierte Leitstelle (ILS) in Ingolstadt. Diese löste im Übungsszenario Ölalarm entsprechend dem Sonder-Katastrophenschutzplan aus. Im Rahmen des Übungsszenarios wurde im Feuerwehrgerätehaus in Manching die örtliche Einsatzleitung eingerichtet. Auch das ist Teil des Sonderkatastrophenschutzplanes.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Vohburg, Manching, Ernsgaden, Irsching, Menning, Münchsmünster (Löschgruppe Wöhr), Ilmendorf und Oberhartheim-Pleiling beteiligten sich an der Übung bei der Lecksuche, dem Ausbringen von Ölsperren an vier Stellen und der Einrichtung der Sammelstelle. Koordiniert wurde der Einsatz vom Örtlichen Einsatzleiter Thomas Schwarzmeier. Beteiligt waren außerdem die Kreisbrandinspektion (Stab der Örtlichen Einsatzleitung und Schiedsrichter), die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, die Wasserwacht Geisenfeld und Vohburg und ein Rettungswagen des BRK (Absicherung der Einsatzkräfte und Ölsperren) sowie jeweils ein Fachberater des BRK, der Polizei, des THW Pfaffenhofen und der Firma MERO für die Örtliche Einsatzleitung im Übungsszenario. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen sowie der Polizei und des Landratsamtes beteiligt. Kreisbrandrat Armin Wiesbeck zeigte sich nach Übungsende äußerst zufrieden: „Alles hat perfekt geklappt. Die im Sonderkatastrophenschutzplan vorgesehenen Abläufe und Maßnahmen haben gegriffen. Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte untereinander und mit der MERO Germany GmbH war sehr erfolgreich. Mein Respekt und Dank gilt allen Beteiligten.“ Dies konnten die an der Übung beteiligten Mitarbeiter der MERO bestätigen.

Bei einer Übung an der MERO wurde die Einsatzleitung in dieser professionell arbeitenden Form das erste Mal eingesetzt und hat sich auch aus ihrer Sicht voll bewährt. Auch während der Besichtigung der Ölsperren konnten sie sich vom Können und Wissen der Feuerwehrleute überzeugen.



 Ölunfall  Landrat Wolf beobachtet die Übung 
 Ölunfall - Leck in der Ölpipeline
  Landrat Wolf beobachtet die Übung
 
    
- Ölsperre in der Kleinen Donau in Vohburg 


    
 - Abschlussbesprechung in der Örtlichen Einsatzleitung in Manching 
Ölsperre in der Kleinen Donau in Vohburg
 Abschlussbesprechung in der Örtlichen Einsatzleitung in Manching
 


Informationen zur MERO:

Die Mitteleuropäische Rohölleitung (MERO) von Ingolstadt über Waidhaus nach Nelahozeves bei Prag dient der Versorgung der Tschechischen Republik mit Rohöl. Sie hat eine Gesamtlänge von 344 km, davon 179 km im Freistaat Bayern. Der Durchmesser der Rohrleitung beträgt 700 mm.

Die MERO hat eine Pumpstation in Vohburg a.d.Donau. Sie ist durch 54 Schiebestationen (davon 28 im Freistaat Bayern) in verschließbare Abschnitte eingeteilt. Die Leitung beginnt im Tanklager Vohburg der MERO Germany GmbH im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm. Sie verläuft von Irsching nach Süden und weiter entlang der Bundesstraße B16 Richtung Regensburg. Sie verlässt den Landkreis Pfaffenhofen bei Münchsmünster Richtung Landkreis Kelheim. Die Streckenlänge im Landkreis Pfaffenhofen beträgt ca. 16,5 km, unterteilt in vier Schieberabschnitte (=“Strecken“). Die Leitung hat eine Erdüberdeckung von mindestens 1,0 m. Ein Steuerkabel ist längs der Leitung mitverlegt. Die Leitung liegt in einem Schutzstreifen von 5 m beidseits der Rohrachse, in dem alle Bauarbeiten grundsätzlich verboten sind. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mero-germany.de.