Landratsamt Pfaffenhofen: Bedarfsorientierte Hilfen für Kinder und Jugendliche

24.03.2020: Das Sachgebiet Familie, Jugend, Bildung am Landratsamt Pfaffenhofen betreute im Jahr 2019 wieder zahlreiche Kinder, Jugendliche und junge Volljährige.

Rutschende Kinder
Darüber hinaus wurden Mütter und Väter bei verschiedensten Themen und Problemen beraten und unterstützt. Die Gesamtausgaben der Jugendhilfe betrugen 2019 11,55 Mio. €. Wie Landrat Martin Wolf bei der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses erläuterte, haben sich die Ausgaben gegenüber 2018 (12,46 Mio. €) damit um über 910.000 € verringert. Der Zuschussbedarf (Nettobelastung) für den Landkreis lag bei rund 7,89 Mio. €, das sind rund 340.000 € mehr als 2018. Die Bruttoausgaben des Landkreises lagen 2019 demnach bei 124 € je Einwohner.
Damit liegt der Landkreis Pfaffenhofen oberbayernweit an sechstniedrigster Stelle.

„Die Haushaltsansätze für das Jahr 2020 orientieren sich weitgehend am Ergebnis aus dem letzten Jahr“, so Elke Dürr, Leiterin des Sachgebiets Familie, Jugend, Bildung. Der solide aufgestellte Jugendhilfehaushalt überzeugte die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses, die einstimmig grünes Licht für die weiteren Beratungen im Kreisausschuss und Kreistag gaben.

Im Rahmen des Allgemeinen Sozialdienstes wurden 2019 1.244 Minderjährige und junge Volljährige im Rahmen von Einzelfallhilfen begleitet und betreut, 753 Familien wurden beraten. Für 576 Minderjährige übernahm das Sachgebiet im vergangenen Jahr Beistandschaft, für 72 Minderjährige die Amtsvormundschaft oder Ergänzungspflegschaft.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berieten und unterstützten weitere 375 alleinerziehende Mütter und Väter bei der Ausübung der Personensorge und stellten 579 Beurkundungen (z.B. der Vaterschaft oder des Unterhalts) aus.

Im Rahmen der Trennungs- und Scheidungsberatung erhielten 455 Familien Beratung und Begleitung, insgesamt 720 Kinder und Jugendliche konnten damit erreicht werden. Es handelt sich dabei um eine Anlaufstelle für Eltern vor, während und nach der Trennung, bei Fragen zur Regelung der elterlichen Sorge, Umgangskontakten und zur Vermittlung von Hilfen für Kinder in Scheidungssituationen. Das Sachgebiet nahm rund 1,06 Mio. € an Unterhaltsgeld ein und leitete es an die Berechtigten weiter. Des Weiteren wirkten die Fachleute bei sechs Adoptionen mit, drei davon waren Stiefelternadoptionen.

In Vollzeitpflege betreute das Amt insgesamt 62 Kinder und deren Pflegefamilien sowie die Herkunftsfamilien. 2019 vermittelten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter acht Kinder in Pflegestellen. Bei der Jugendgerichtshilfe gingen 710 Strafanzeigen ein, dabei kam es bei 611 zu einem Verfahren. Es handelt sich dabei v.a. um Gewaltdelikte, Drogendelikte und Eigentumsdelikte. Insgesamt waren 3.065 Sozialstunden angeordnet.
Auch bei der Eingliederungshilfe von seelisch behinderten Kindern und Jugendlichen verzeichnete Elke Dürr weiterhin hohe Zahlen. Insgesamt 337 Kinder und Jugendliche erhielten 2019 diese Hilfe. Davon wurden 257 Betroffene im ambulanten, 27 Fälle im teilstationären und 53 Fälle im stationären Bereich untergebracht.

Außerdem hat das Sachgebiet im vergangenen Jahr Fördergelder (u.a. des Freistaats Bayern) in Höhe von rund 20,3 Mio. € für die Träger der Kindertagesstätten im Landkreis Pfaffenhofen ausgezahlt. Im Landkreis gibt es derzeit 61 Kindergärten, sechs Horte und 32 Krippen, in denen über 5.000 Kinder betreut werden.