Neue Broschüre „Wildbienen am Windsberg“ In Deutschland einmalige Artenvielfalt wird dokumentiert

16.04.2019: Die Broschüre „Wildbienen am Windsberg" hat das Landratsamt Pfaffenhofen a. d. Ilm jetzt in Zusammenarbeit mit dem Höger Naturschützer Peter Bernhart herausgegeben.

Autor Peter Bernhard (li.) übergab mit seiner Frau (Mitte) Landrat Martin Wolf (re.) seine Wildbienenbroschüre. Foto: Huber
Übergabe Wildbienenbroschüre

Die Broschüre beschreibt eine in Bayern und ganz Deutschland einmalige Artenvielfalt der seltenen Insekten. Bei der offiziellen Übergabe der Informationsschrift zeigte sich Landrat Martin Wolf hocherfreut, dass es gelungen ist, die seltene Fauna am Windsberg in der Broschüre zu dokumentieren. Die Broschüre sei ein Beitrag des Landkreises zur Erhaltung der Artenvielfalt. Rücksichtnahme und aktive Unterstützung für die Umwelt seie geboten, unsere „wunderbare Natur“ auch für künftige Generationen zu erhalten.

"Aus der Broschüre geht deutlich hervor, welche Mittel der Mensch einsetzen kann, um stark bedrohte ebenso wie häufige Arten am Leben zu erhalten", ergänzte Dr. Bernhart. In der Broschüre werde auch gezeigt, wie jeder Bürger in seinem Umfeld Wildbienen und allen anderen Insekten, Hilfestellungen zum Überleben anbieten kann. In Zeiten des Bürgerbegehrens „Rettet die Bienen“ seien alle Politiker, Gemeindevertreter, Gartenbesitzer, Landwirte aufgerufen, aktiv zu werden und dem Artensterben Einhalt zu gebieten.

Das Naturschutzgebiet "Windsberger Höhen" bei Freinhausen im Landkreis Pfaffenhofen wird seit 1985 gepflegt. Bisher wurde es wegen seiner Vielfalt seltener Blühpflanzen hoch geschätzt. 2004 gab es dann eine Sensation in der Tierwelt. Die als ausgestorben geltende Malven-Langhornbiene (Tetralonia malvae) wurde dort wiederentdeckt. Im Verlauf des Projekts "Paartaler Sanddünen" bestimmten Experten bisher 103 Wildbienenarten. Etwa ein Drittel davon ist vom Aussterben bedroht. In einer neuen Broschüre des Landratsamtes Pfaffenhofen wird die Bienenwelt des Windsbergs vorgestellt.

Eine Gruppe des Bundes Naturschutz Reichertshofen beschloss 2010, die seltene Malven-Langhornbiene systematisch zu beobachten und zu zählen. Diese Art gibt es nur noch an vier anderen Orten in Deutschland. Die Fachwelt wurde informiert und einige hervorragende Experten überzeugten sich vor Ort vom Leben und Treiben dieser Biene. 2017/2018 wurde der Bienenspezialist Erwin Scheuchl von der Unteren Naturschutzbehörde mit einer Bestandsaufnahme aller Wildbienen beauftragt. Er fand 87 Arten. Dazu kamen weitere aus früheren Untersuchungen, so dass sich die Anzahl auf 103 summierte. Scheuchl, ein international gefragter Wildbienen-Fachmann, verfasste eine Dokumentation mit interessanten Darstellungen einzelner, seltener Bienen und einer wissenschaftllichen Liste aller gefundenen Arten. Peter Bernhart fand es bedauerlich, dass seine Schrift von 50 Seiten Umfang nur wenigen Experten zugänglich gemacht wurde. So entstand die Idee, eine leicht fassliche, bebilderte Broschüre zu erstellen. Mit ihrer Hilfe sollen interessierte Bürger, auch Kinder, auf die Bienenvielfalt am Windsberg aufmerksam gemacht werden.
Um die schwierige Materie - in Deutschland gibt es etwa 560 Wildbienenarten - fachlich fehlerfrei darzustellen, bat er Erwin Scheuchl um seine Unterstützung. Er sagte zu, begleitete die Erstellung der Manuskripte und steuerte viele Aufnahmen von Windsberg-Bienen bei. Bei einem Vortrag in Ingolstadt sagte er: "Der Windsberg mit seiner Bienenvielfalt ist einmalig in Bayern. Ich kenne keinen vergleichbaren Ort."

Das Landratsamt Pfaffenhofen übernahm Zusammenstellung von Text und Bildern, die Druckvorbereitung und die weitere Organisation. Peter Bernhart dankte Landratsamts-Pressesprecher Karl Huber und den Mitarbeiterinnen, Ingrid Wohlsperger und Katharina Ostler, für die tatkräftige Unterstützung seiner Idee. Die Broschüre liegt im Landratsamt und bei den Gemeinden zur Mitnahme aus.