Nasskiesabbau

Bestand Nasskiesabbau

Im nördlichen Landkreisgebiet betreiben derzeit 12 Unternehmer mit behördlichen Zulassungen (Planfeststellungen, Plangenehmigungen, beschränkte wasserrechtliche Erlaubnisse) Nassauskiesung. Seit Beginn der 50er Jahre hat der Nassabbau von hochwertigen quartären Kiesen und Sanden beachtliche Ausmaße angenommen.
Von den im Landkreisgebiet wasserrechtlich zugelassenen Nassabbauflächen von derzeit insgesamt ca. 825 ha entfallen ca. 360 ha auf den Teilraum „Feilenmoos“. Zur Veranschaulichung ein Vergleich: Der oberbayerische Schliersee umfasst eine Gesamtfläche von ca. 222 ha.
Das Landratsamt führt einmal im Jahr in Zusammenarbeit mit den Kiesabbauunternehmern eine statistische Erhebung der noch vorhandenen zugelassenen Restabbauflächen für Nassauskiesung durch. Für das Jahr 2003 wurde hierbei ein Restbestand von ca. 64 ha, der aktuell abgebaut wird, festgestellt.


Verfahren des Nasskiesabbbaus

Unter Nassauskiesung wird die Ausbeutung von Kies und Sand verstanden, die mit einer ständigen oder nur zeitweisen Freilegung von Grundwasser verbunden ist. Hierbei wird die das Grundwasser schützende Deck- und Filterschicht entnommen, wodurch die Gefahr besteht, dass es auf Dauer zu einer in nicht nur unerheblichem Ausmaß schädlichen Veränderung der physikalischen oder biologischen Beschaffenheit des Grundwassers kommen kann. Aus Gesichtspunkten des Umwelt- und Gewässerschutzes sind Nassauskiesungen daher als nicht unproblematisch zu beurteilen. Bei dauerhafter Grundwasserfreilegung (Schaffung von Kiesweihern durch Gewässerausbau) gehen darüber hinaus auch landwirtschaftliche Flächen verloren.
Nassauskiesungen bedürfen eines wasserrechtlichen Zulassungsverfahrens, dass in den meisten Fällen eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach den Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) einschließen wird. Im Regelfall wird bei dauerhafter Grundwasserfreilegung ein umfassendes Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Kleinere Vorhaben, für die eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht notwendig ist, können auch plangenehmigt werden. Bei zeitweiser Grundwasserfreilegung (d.h. mit anschließender Wiederverfüllung) ist ein beschränktes wasserrechtliches Erlaubnisverfahren vorgesehen. In Folge verschärfter Anforderungen an Wiederverfüllungen auf Grundlage sog. „Eckpunkte-Neuregelungen“ zur Verfüllung von Gruben und Brüchen sollen derartige Verfüllmaßnahmen künftig grundsätzlich unterbleiben. Sie werden nur noch in wenigen und begründeten Ausnahmefällen (z.B. bei Sicherheitsbelangen) zugelassen.


Ausblick Nasskiesabbau

Großflächige Nassauskiesungsvorhaben (das sind solche mit einer Abbaufläche von über 10 ha) können nur noch in im Regionalplan Ingolstadt als fachliche Ziele ausgewiesenen Vorrang- oder Vorbehaltsgebieten zugelassen werden. Dies gilt insbesondere für die Teilräume „Feilenmoos“ und „unteres Ilmtal“, wobei der Regionalplan für diese beiden Teilräume die zusätzliche Einschränkung enthält, dass hier außerhalb der genannten Vorrang- bzw. Vorbehaltsgebiete grundsätzlich auch kleinflächige Vorhaben nicht mehr zugelassen werden können. Die derzeit ausgewiesenen Vorrang- und Vorbehaltsflächen sind weitgehend durch bestehende bzw. aktuelle Vorhaben ausgeschöpft. Für die Zukunft ist die weitgehende Umstellung der Nassauskiesung auf den weniger umweltbeeinträchtigenden Trockenkiesabbau anvisiert. Hierfür stehen die Kiese des tertiären Hügellandes zur Verfügung.
Im Zuge der Beendigung bestehender Nassauskiesungen ist beabsichtigt, diese auf der Grundlage vorliegender sogenannter „Soll-Ist-Vergleiche“ Schritt für Schritt einer Abnahme zuzuführen. Da die angestellten „Soll-Ist-Vergleiche“ zum Teil erhebliche Defizite ergaben, sollen Ausgleichs- bzw. Ersatzregelungen durch Abschluss öffentlich-rechtlicher Verträge mit den betroffenen Kiesabbauunternehmern getroffen werden. Bei der Erstellung vorgenannter „Soll-Ist-Vergleiche“ wurde ein amtlich zugelassener Sachverständiger eingeschaltet, der auch die abschließende Abnahme durchführen wird.
Um mögliche (negative) Auswirkungen von bestehenden Nassauskiesungsvorhaben im Bereich Feilenmoos abschätzen und ggf. geeignete Sanierungsmaßnahmen veranlassen zu können, insbesondere auch hinsichtlich der Bebauung einer Unterliegergemeinde, wird der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm darüber hinaus für ein Untersuchungsgebiet, das zahlreiche Kiesweiher von fünf Abbaufirmen umfasst, die Erstellung eines hydrogeologischen Gutachtens durch ein geeignetes Gutachterbüro in Auftrag geben.

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