Asylverfahren vom Antrag bis zur Entscheidung 

Asylanträge können nur gegenüber dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt werden.

Meldet sich eine Person als Asylsuchender bei einer Polizeidienststelle oder der Ausländerbehörde, so wird eine Meldung als Asylsuchender ausgestellt und im Gegenzug die mitgeführten Pass-/Ausweisdokumente einbehalten.
Der Asylbewerber muss sich dann unverzüglich in die nächstgelegene Erstaufnahmeeinrichtung begeben. Zuständig für den Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm ist die Erstaufnahmeeinrichtung in München.
In der Erstaufnahmeeinrichtung München, in der eine Zweigstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge angesiedelt ist, stellt er persönlich seinen Asylantrag und wird dann in eine andere Aufnahmeeinrichtung (Gemeinschaftsunterkunft oder dezentrale Unterbringung) weitergeleitet.

Im anschließenden Asylverfahren prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), ob dem Antragsteller Schutz zu gewähren ist. Der Ablauf des Asylverfahrens ist im Asylverfahrensgesetz geregelt (siehe Grafik). Das BAMF erhebt hierbei die persönlichen Daten und führt die vorgeschriebene erkennungsdienstliche Behandlung durch. Der Asylbewerber wird über seine Rechte und Pflichten im Asylverfahren belehrt und erhält für die Durchführung des Verfahrens eine Aufenthaltsgestattung. Diese wird in der Folge bis zum Abschluss des Verfahrens im halbjährlichen Turnus durch unsere Ausländerbehörde verlängert. Zudem wird der Antragsteller persönlich durch das BAMF zu seinen Asylgründen angehört. Das BAMF trifft seine Entscheidung über den Asylantrag anhand aller relevanten Erkenntnisse, insbesondere der Anhörung und der gegebenenfalls weiteren veranlassten Ermittlungen zur Aufklärung des Sachverhalts. In der Entscheidung wird eine Aussage über die Asylanerkennung, die Flüchtlingsanerkennung oder das Vorliegen eines subsidiären Schutzes getroffen.

Diese Entscheidung kann jederzeit verwaltungsgerichtlich überprüft werden. Dem jeweils zugebilligten Schutzstatus schließen sich nationale Aufenthaltserlaubnisse bis hin zu einer unbefristeten Niederlassungserlaubnis in der Zukunft an. Sollte der Asylbewerber jedoch rechtskräftig abgelehnt worden sein, so hat die Ausländerbehörde ohne eine eigene Entscheidungskompetenz zu veranlassen, dass der Asylbewerber das Bundesgebiet verlässt. Dies ist nicht möglich, wenn Identitätspapiere fehlen oder eine (nachgewiesene) Reiseunfähigkeit vorliegt. Zu dem beschriebenen Asylverfahren gibt es noch einige besondere Verfahren. Zu nennen ist vor allem das sogenannte Dublin III-Verfahren, wonach Asylbewerber, die über einen sicheren Drittstaat einreisen, nicht als Asylberechtigte anerkannt werden. Für sie ordnet das Bundesamt die Rücküberstellung an. Sie werden in den Staat, über den sie eingereist sind, zurückgeschickt. Diese Rückführung kann grundsätzlich auch dann stattfinden, wenn Klage gegen die Entscheidung des Bundesamtes eingelegt wird. Als sichere Drittstaaten gelten grundsätzlich die EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und die Schweiz. Sollte jedoch ein sicherer Drittstaat nicht festgestellt werden oder dieser die Übernahme verweigern, wird das nationale Asylverfahren in Deutschland durchgeführt.

 

Asylverfahren (Graphik)