Neu ankommende Asylbewerber werden nach Ankunft bzw. Asylantrag-Stellung auf Tuberkulose untersucht. Zudem erfolgt eine Blutuntersuchung auf gewisse übertragbare Erkrankungen, bei Bedarf eine Stuhluntersuchung und eine körperliche Inspektion/Untersuchung. Personen mit Tuberkulose werden umgehend therapiert. Solange eine Person an einer ansteckungsfähigen (offenen) Tuberkulose leidet, erfolgt die Behandlung in einem Krankenhaus, bis keine Gefahr der Ansteckung mehr gegeben ist. Im Verlauf erfolgt eine Weiterbetreuung durch einen Lungenfacharzt und das Gesundheitsamt. Bei den Erkrankungen, nach welchen man durch die Blutuntersuchung sucht (HIV, Hepatitis B), handelt es sich um Infektionen, welche nur durch Körperflüssigkeiten weitergegeben werden können und demnach im normalen, sozialen Kontakt nicht übertragen werden. Wird eine solche Erkrankung festgestellt, erhält die betroffene Person - falls notwendig - eine Therapie.

Bei den Krankheitserregern, nach welchen man in der Stuhluntersuchung sucht, handelt es sich um Erreger, welche durch Schmierinfektionen übertragen werden (Salmonellen, Shigellen, Parasiten inklusive Wurminfektionen) und somit die Übertragung durch die Einhaltung normaler Hygieneregeln zumeist verhindert werden kann. Stuhluntersuchungen werden nicht routinemäßig, sondern anlassbezogen durchgeführt.

Auch Scabies (Krätze) oder Läusebefall kann ein Thema sein. Diese Erkrankungen sind zumeist begründet in den sehr schwierigen Lebensbedingungen auf der oft viele Wochen und Monate dauernden Flucht. Krätze wird in der Regel nur durch engen Körperkontakt übertragen und ist zwar "lästig" aber gut behandelbar. Natürlich gibt es noch etliche andere bei uns nicht beheimatete Erkrankungen - z.B. tropische Erkrankungen wie Malaria oder Bilharziose. Diese werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen und stellen somit für  Kontaktpersonen keine Gefahr dar. Der Asylbewerber würde bei Diagnosestellung natürlich entsprechend behandelt werden.

Ein jeder Bürger -  ob im Asylbereich ehrenamtlich tätig oder nicht - sollte sich um einen kompletten Impfschutz gemäß den "STIKO-Empfehlungen" kümmern. Die ständige Impfkommission (STIKO) gibt jährlich aktualisiert die Impfempfehlungen für Deutschland heraus. Hält man sich an diese Empfehlungen, ist man in Bezug auf impfpräventable Krankheiten gut geschützt. Die Impfungen werden von den niedergelassenen Ärzten durchgeführt und die Kosten von den Krankenkassen übernommen.

Auch Asylbewerber sollen geimpft werden. Ein jeder Arztbesuch kann zum Anlass genommen werden, den Impfschutz zu kontrollieren und ggf. ergänzen zu lassen!

Des Weiteren ist es zur Prävention von Infektionserkrankungen immer ratsam, die allgemeinen Hygieneregeln zu beachten (insbesondere die Händehygiene), sei es nach dem Einkauf, nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, ggf. nach dem körperlichen Kontakt mit anderen Personen, vor dem Umgang mit Lebensmitteln, vor dem Essen etc.

Weitere und ergänzende Informationen zum  Infektionsschutz allgemein und zu übertragbaren Krankheiten (z.B. Krätzmilben/Scabies, Hepatitis B etc.)  finden Sie auf der Internetseite des Gesundheitsamts .