Landkreis Pfaffenhofen bewirbt sich als Corona-Modellregion

26. März 2021 : Der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm bewirbt sich als Corona-Modellregion.

Um seinen Bürgerinnen und Bürgern ein Stück mehr Freiheit zu geben, hat Landrat Albert Gürtner schon gestern einen entsprechenden Antrag bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Heute ging das Schreiben noch direkt an Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Regierungspräsidentin Maria Els.

„Der Landkreis Pfaffenhofen hat Ende Januar sechs Schnelltestzentren über den Landkreis verteilt eingerichtet und auch bereits zu diesem Zeitpunkt bundesweit für mediales Aufsehen gesorgt, in dem hier auch neben Tübingen eine Vorreiterrolle eingenommen wurde“, so der Landrat in seinem Antrag. Die Stadt Tübingen könne mittlerweile mit Genehmigung des Landes Baden-Württemberg ein umfangreiches Testkonzept ausprobieren und so das öffentliche Leben wieder schrittweise zur Normalität zurückführen.

Schon damals habe der Landkreis um Erleichterungen bei den Corona-Einschränkungen gebeten. Der Antrag wurde von der Regierung von Oberbayern damals leider, im Gegensatz zum Antrag von Tübingen in Baden-Württemberg, abgelehnt bzw. nur in Teilen durch eine Anpassung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung erfüllt. Albert Gürtner: „Hätten wir bereits zu diesem Zeitpunkt starten können, hätten wir für unsere Bürgerinnen und Bürger und für die Gewerbetreibenden wertvolle Zeit für weitere Öffnungsstrategien gewinnen können und könnten bereits jetzt für zahlreiche andere Landkreise gewinnbringende Erkenntnisse über das Für und Wider von Öffnungsstrategien aufzeigen.“

Das Modell hätte man im Landkreis Pfaffenhofen bereits im Februar flächendeckend umsetzen können. „Die Testkapazitäten am PCR-Testzentrum und an unseren Schnelltestzentren konnten mittlerweile erneut massiv ausgeweitet werden und wir werden diese auch weiterhin ausweiten, so dass jedem Interessenten bzw. jeder Interessentin auch ein Schnelltest angeboten werden kann“, so der Landrat. Weiterhin werde seit zwei Wochen an der Etablierung einer Nachverfolgungssoftware gearbeitet, die auch umgehend zum Einsatz kommen und so zur Kontaktnachverfolgung im Bereich der Infektionsketten eingesetzt werden könnte.

Albert Gürtner: „Eine Kombination aus ausgefeilter Teststrategie und Nachverfolgungsstrategie soll unseren Bürgerinnen und Bürgern ein Stück Freiheit zurückgeben ohne sie dabei in ihrer Gesundheit zu gefährden. In der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind bei den Pilotversuchen zwar explizit Gemeinden genannt, jedoch halten wir es auch für wichtig, dass man Erfahrungswerte aus einem Flächenlandkreis miteinfließen lässt.“ Die überwiegende Fläche von Bayern bestehe aus Flächenlandkreisen, weshalb Erkenntnisse aus einem solchen Modelllandkreis für viele andere Landkreise hilfreich sein könnten, um ggf. eigene Öffnungsstrategien zu etablieren.

„Wir haben bereits seit Anfang Februar 2021 frühzeitig Tübinger Verhältnisse geschaffen, insbesondere was die Testkapazitäten betrifft. Lassen Sie uns nunmehr unseren Beitrag zu einer Öffnungsperspektive beitragen, indem man umfangreiche Kenntnisse aus einem Flächenlandkreis sammelt und diese Erkenntnisse vielen anderen Flächenlandkreisen zur Verfügung stellen kann“, so der Appell des Landrats.