Volles Haus beim Export-Workshop: KUS und BVMW öffnen Türen zu internationalen Märkten
Welche konkreten Wege dorthin führen und welche Herausforderungen realistisch einzuplanen sind, stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Veranstaltung „Fit für den Export – der Weg in internationale Märkte für KMU“, zu der das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm (KUS) gemeinsam mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) eingeladen hatte.
Zum Auftakt begrüßten KUS-Vorstand Johannes Hofner und Günter Band vom BVMW die zahlreichen Unternehmerinnen und Unternehmer. Band ermutigte die Anwesenden, den Abend aktiv zu nutzen, miteinander ins Gespräch zu kommen und bewusst auch den Austausch mit Personen zu suchen, mit denen bisher noch kein Kontakt bestand.
Hofner ordnete das Thema mit aktuellen Zahlen ein: Der bayerische Außenhandel verzeichnete 2025 einen leichten Aufschwung – Exporte wie Importe legten jeweils um 0,9 Prozent zu. Wichtigste Handelspartner bleiben China und die USA, während die Ausfuhren in die EU-Mitgliedstaaten insgesamt um 4,9 Prozent gestiegen sind. „Diese Zahlen stimmen optimistisch. Trotz geopolitischer Spannungen zeigt sich die Exportwirtschaft widerstandsfähig. Gleichzeitig sehen wir im Landkreis Pfaffenhofen mit einer Exportquote von 13,7 Prozent noch Potenzial. Gerade deshalb möchten wir unseren Unternehmen neue Perspektiven und konkrete Wege in internationale Märkte aufzeigen“, so Hofner.
Erich Deml, geschäftsführender Gesellschafter des Gastgebers WOLF, stellte im Anschluss sein international tätiges Unternehmen vor und gab Einblicke in die strategische Entwicklung des Betriebs.
Inhaltliche Impulse lieferten Prof. Dr. Katharina Schauberger von der Technischen Hochschule Ingolstadt sowie Reinhold von Ungern-Sternberg, Leiter Außenwirtschaft beim BVMW. Schauberger betonte, dass Handel Wirtschaftswachstum beflügle und Export maßgeblich zu Leistungsfähigkeit, Wachstum und Diversifikation beitrage. Natürlich gebe es Risiken, diese ließen sich jedoch durch Vorbereitung, Marktkenntnis und strategisches Vorgehen reduzieren. Gleichzeitig sei auch der Verzicht auf Internationalisierung ein unternehmerisches Risiko, da dadurch Chancen ungenutzt blieben.
Von Ungern-Sternberg ging auf typische Hürden beim Einstieg ins Auslandsgeschäft ein – etwa regulatorische Anforderungen, kulturelle Unterschiede oder Fragen der Finanzierung – und stellte staatliche Unterstützungsinstitutionen sowie konkrete Förderprogramme vor, die Unternehmen bei ihren Internationalisierungsvorhaben begleiten können.
Besonders praxisnah wurde es in der anschließenden Interviewrunde. Unter dem Titel „Vom Regionalbetrieb zum Exporteur – wie wir erfolgreich neue Märkte erobert haben“ berichteten Erich Deml (WOLF), Michaela Schenk (MAWA, Pfaffenhofen) und Bernhard Schmidt (NEPATA Systems GmbH, Wolnzach) über ihre Erfahrungen im Auslandsgeschäft. Deutlich wurde dabei, dass Internationalisierung strategische Planung, Durchhaltevermögen und Marktkenntnis erfordert – sich langfristig jedoch auszahlen kann. Mehrere Referenten betonten, wie wichtig es sei, Geschäftsmodelle kontinuierlich zu hinterfragen und flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren.
In seinem Schlusswort griff Hofner die zentrale Botschaft des Abends nochmals auf: Nicht nur der Schritt in neue Märkte berge Risiken – auch der bewusste Verzicht auf Export könne langfristig Wettbewerbsnachteile mit sich bringen.
Beim anschließenden intensiven Netzwerken nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, individuelle Fragen zu vertiefen, Kontakte zu knüpfen und konkrete Ansätze weiterzudenken. Die Veranstaltung machte deutlich: Während viele Unternehmen im Landkreis stark regional verankert sind und fast die Hälfte überwiegend im regionalen Kontext agiert, kann der Schritt in internationale Märkte ein zusätzlicher Wachstumstreiber sein – insbesondere für spezialisierte Betriebe mit klarer Positionierung.
Mit Formaten wie „Fit für den Export“ möchte das KUS Unternehmen im Landkreis gezielt dabei unterstützen, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit weiter auszubauen – sei es im regionalen Netzwerk oder auf internationalen Märkten. Bei Fragen zum Thema steht das KUS-Team unter info@kus-pfaffenhofen.de und der BVMW gern zur Verfügung.