Zahl der Ausländerinnen und Ausländer im Landkreis angestiegen
Das bedeutet einen Anstieg um 593 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausländerquote hat sich damit ebenfalls leicht erhöht und liegt nun bei 14,6 %.
Die im Landkreis lebenden ausländischen Personen stammen aus 135 verschiedenen Nationen. Die meisten davon kommen aus Rumänien (2.314, 12,09 %), Ukraine (2.050, 10,71 %), Polen (1.607, 8,40 %), Türkei (1.512, 7,90 %), Bulgarien (1.373, 7,18 %), Kroatien (1.061, 5,54 %) und Kosovo (1.035, 5,41 %).
Insgesamt 2.370 Aufenthaltstitel wurden im Jahr 2025 durch die Ausländerbehörde erteilt. Zudem wurden 548 (Vorjahr 456) Visumsanträge im Beteiligungsverfahren mit den deutschen Auslandsvertretungen bearbeitet. Dabei handelt es sich um Ausländer, die über ein reguläres Visumverfahren vor allem zum Familiennachzug, zur Erwerbstätigkeit oder für ein Studium nach Deutschland einreisen und hier einen längerfristigen oder dauerhaften Aufenthalt planen. In 24 Fällen konnte erfolgreich eine Vereinbarung zur beschleunigten Einreise von Fachkräften nach dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz abgeschlossen werden.
Das Ausländeramt führt auch die Aufsicht über die Pass- und Meldeämter der kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Nach Verstößen gegen das Pass-, Personalausweis- und Bundesmeldegesetz mussten in 40 Fällen Bußgeldverfahren eingeleitet werden.
Bei straffälligen Personen prüft das Ausländeramt, ob Maßnahmen zur Aufenthaltsbeendigung eingeleitet werden müssen. Aufgrund schwerer Straftaten wurden in 13 Fällen Ausweisungsverfügungen erlassen.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 811 (2024 – 717; 2023 – 425) Anträge auf Einbürgerung entgegengenommen. Das bedeutet einen Anstieg um 13 % gegenüber dem Vorjahr. Hiervon konnten 551 Personen eingebürgert werden. Die meisten Eingebürgerten im Jahr 2025 waren türkische Staatsangehörige (101 Personen). Auf dem zweiten Platz lagen kosovarische Staatsangehörige, gefolgt von Staatsangehörigen aus Russland, Bosnien, Rumänien und Syrien.
Mittlerweile können auch Personen mit Schutzzuerkennung (z. B. anerkannte Asylberechtigte oder Flüchtlinge) eingebürgert werden. Die Zahl der gestellten Anträge von Personen mit Schutzstatus stieg seit dem Jahr 2024 deutlich an. Entsprechend hoch sind die Nachfragen und der Beratungsaufwand.
Von den 246 im Jahr 2025 (Vorjahr 224) im Landkreis Pfaffenhofen geborenen Kindern ausländischer Eltern erwarben 143 (Vorjahr 94) die deutsche Staatsangehörigkeit zusätzlich zu ihrer Heimatstaatsangehörigkeit.
Seit Kriegsausbruch in der Ukraine im Februar 2022 musste der Landkreis Pfaffenhofen insgesamt rund 3.900 geflüchtete Personen aus der Ukraine aufnehmen. Viele davon zogen zwischenzeitlich in andere Teile des Bundesgebietes weiter oder wieder zurück in die Ukraine. Zum Jahresende hielten sich rund 1.900 ukrainische Kriegsflüchtlinge im Landkreis Pfaffenhofen auf.
Ein Teil der Kriegsflüchtlinge konnte in Privatwohnungen untergebracht werden (rund 900 Personen), der andere Teil befindet sich in Aufnahmeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Unterkünften des Landratsamtes Pfaffenhofen (rund 1000 Personen).
Das Landratsamt Pfaffenhofen betreibt derzeit rund 100 dezentrale Unterkünfte für Geflüchtete. Hinzu kommen die von der Regierung von Oberbayern betriebenen Gemeinschaftsunterkünfte in Rohrbach, Schweitenkirchen, Hettenshausen und Pfaffenhofen sowie die ANKER Einrichtung in Manching. In diesen Einrichtungen leben insgesamt etwa 1.900 Personen, darunter Personen im laufenden, negativ oder positiv abgeschlossenem Asylverfahren sowie Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine.
Die Personen, die im Bundesgebiet einen Asylantrag gestellt haben, stammen hauptsächlich aus Afghanistan, Ukraine, Türkei, Syrien und Nigeria.
Ausländer, deren Asylantrag abgelehnt wurde, müssen in ihr Heimatland zurückgeführt werden. Aus dem Landkreis Pfaffenhofen wurden in Zusammenarbeit mit der Zentralen Ausländerbehörde bei der Regierung von Oberbayern im Jahr 2025 71 Personen abgeschoben (Vorjahr 37). 147 Personen haben freiwillig das Bundesgebiet dauerhaft verlassen.
Aufgrund der weiteren der Zuwanderung von Asylsuchenden sowie von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine ist das Ausländeramt auch weiterhin auf der Suche nach geeignetem Wohnraum für dezentrale Unterkünfte. „Durch die große Mithilfe aus der Bevölkerung sowie unsere intensive Akquise von Wohnraum, begleitet mit der Errichtung von Wohncontainerunterkünften konnte im Landkreis Pfaffenhofen in den vergangenen Jahren auf eine Belegung von Turnhallen verzichtet werden. Dies ist bei weitem nicht allen Kreisverwaltungsbehörden in Bayern gelungen“, so der Leiter der Ausländerbehörde Martin Graf. Wer Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, findet auf der Internetseite des Landkreises Pfaffenhofen (www.landkreis-pfaffenhofen.de/landratsamt/ukrainehilfe) die entsprechenden Informationen.