Flächen, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit: Das KUS setzt auf Regionalmanagement – Johannes Hofner im Interview

12. Juni 2026: Das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm (KUS) erhält im Rahmen der bayerischen Regionalmanagementförderung rund 300.000 Euro für die kommenden drei Jahre.

Die Förderurkunde wurde im April durch Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt überreicht. Mit den Mitteln sollen zwei große Zukunftsprojekte im Landkreis umgesetzt werden. Im Interview erklärt KUS-Vorstand Johannes Hofner, welche Ziele dahinterstehen und warum das Regionalmanagement für die Entwicklung des Landkreises eine wichtige Rolle spielt.

Herr Hofner, zunächst Glückwunsch zur Förderung. Was genau steckt hinter dem bayerischen Regionalmanagement und warum hat sich das KUS dafür beworben?

Das Regionalmanagement ist ein Instrument der Landesentwicklung, mit dem Regionen gezielt dabei unterstützt werden, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen Netzwerke, Kooperationen und Projekte, die die Wettbewerbsfähigkeit einer Region stärken sollen. Es geht darum, vorhandene Potenziale besser zu nutzen,  Herausforderungen gemeinsam anzugehen und regionale Entwicklung nachhaltig voranzubringen.

Für uns war schnell klar, dass diese Förderung sehr gut zu den aktuellen Herausforderungen im Landkreis passt. Viele Themen begegnen uns sowohl in unserer täglichen Arbeit als Wirtschaftsförderung als auch in der Wirtschaftsstrukturanalyse immer wieder. Der Landkreis Pfaffenhofen ist wirtschaftlich stark, steht aber gleichzeitig vor großen Veränderungen – etwa durch die Transformation der Industrie, im Mittelstand oder nicht zuletzt durch die Folgen der schwierigen Lage in der Automobilbranche. Unser Ziel ist es, den Standort langfristig attraktiv, innovativ und wettbewerbsfähig zu halten.

Das KUS erhält rund 300.000 Euro für zwei große Projekte. Was genau haben Sie geplant?

Ein Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit den Kommunen im Bereich Flächenmanagement. Wohnbau, Gewerbe, Landwirtschaft und erneuerbare Energien konkurrieren um die begrenzt vorhandenen Flächen. Es gilt, das, was wir haben und entwickeln können, so sinnvoll und effizient zu nutzen.

Ziel ist es auch, gemeinsam mit den 19 Landkreis-Kommunen digitale, einheitliche Tools zu nutzen, um vorhandene Gewerbe- und Mischbauflächen systematisch zu erfassen, Potenziale sichtbar zu machen und Flächen möglichst nachhaltig zu entwickeln. Also es geht auch um Themen wie Nachverdichtung, Flächenrecycling und die Aktivierung bestehender Potenziale.

Gemeinsam mit unseren Bürgermeistern gilt es, an einer Strategie für die Entwicklung von Gewerbeflächen zu arbeiten, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Aspekte berücksichtigt.

Und worum geht es beim zweiten Projekt?

Das zweite Projekt beschäftigt sich mit der Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises, insbesondere im Bereich Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, kurz SVI. Es ist wichtig, neue Zukunftsbranchen zu stärken und die Branchenvielfalt zu erhalten und weiter auszubauen.

Wir haben hier bereits gute Voraussetzungen im SVI-Bereich – etwa durch die Nähe zu relevanten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und dem Standort Manching mit Airbus als größten Arbeitgeber. Diese Potenziale möchten wir gezielt weiterentwickeln.

Geplant sind Netzwerk- und Austauschformate, digitale Matching-Tools, Kooperationen zwischen Wissenschaft, Unternehmen und Startups sowie Weiterbildungsangebote rund um Innovation und Technologietransfer. Ziel ist es, Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen und gleichzeitig ein startupfreundliches Umfeld zu schaffen.

Das klingt nach sehr ambitionierten Projekten. Wie starten Sie konkret in die Förderphase?

Die Projekte sind planmäßig im Mai gestartet und wir arbeiten bereits an den ersten Maßnahmen. Aktuell identifizieren wir wichtige Stakeholder und binden insbesondere Kommunen, Unternehmen und weitere regionale Akteure ein. Parallel planen wir erste Veranstaltungs- und Vernetzungsformate sowie Weiterbildungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen.

Uns ist wichtig, die Projekte von Beginn an strukturiert aufzusetzen. Deshalb investieren wir derzeit viel Zeit in tragfähige Projektstrukturen und strategische Planung. Die ersten Veranstaltungen sollen bereits im Sommer 2026 stattfinden.

Die Projekte sind allerdings bewusst langfristig angelegt. Die eigentlichen Ergebnisse werden sich über die kommenden drei Jahre entwickeln. Ziel ist es, am Ende konkrete Handlungsempfehlungen und nachhaltige Strukturen für die Zukunft des Landkreises geschaffen zu haben.

Welchen Mehrwert hat das Regionalmanagement aus Ihrer Sicht für den Landkreis und die Bürgerinnen und Bürger?

Ein wirtschaftlich starker Landkreis kommt allen zugute – Unternehmen genauso wie Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen oder Bildungseinrichtungen. Unsere Betriebe geben den Menschen wohnortnahe Arbeitsplätze und stabile Gewerbesteuereinnahmen schaffen in den Kommunen Handlungsspielräume für Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Nachhaltigkeit oder soziale Angebote.

Mit dem Regionalmanagement wollen wir den Wirtschaftsstandort gezielt weiterentwickeln: modern, innovativ und zukunftsfähig.
Gleichzeitig geht es darum, die Zusammenarbeit innerhalb der Region zu stärken und langfristig gute Rahmenbedingungen für Unternehmen und Arbeitsplätze zu sichern.