Nicht alles, was blüht, ist gut für Insekten - Untere Naturschutzbehörde informiert über geeignete Frühblüher

14. April 2026: Die ersten warmen Frühlingstage haben bereits Lust auf die kommende Gartensaison gemacht – und auch die ersten Insekten sind schon unterwegs.

Nach ihrer Winterruhe sind Bienen, Hummeln und andere Bestäuber dringend auf Nektar und Pollen angewiesen, um wieder zu Kräften zu kommen. Auf den ersten Blick scheint jede Blüte eine gute Nahrungsquelle zu sein. Tatsächlich trifft das jedoch nicht auf alle Pflanzen zu. Darauf hat jetzt die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt hingewiesen.

Ein bekanntes Beispiel ist die derzeit gelb blühende Forsythie. Sie zählt zu den frühesten Frühlingsblühern und schmückt viele Gärten. Ihre Blüten sehen zwar attraktiv aus, sind für Insekten jedoch wertlos: Die Forsythie bildet weder Nektar noch Pollen. Bestäuber verlieren dadurch wertvolle Energie, wenn sie die Blüten anfliegen und dort keine Nahrung finden.

Eine ökologisch wertvolle Alternative ist die Kornelkirsche. Sie blüht zur gleichen Zeit, ebenfalls in kräftigem Gelb, liefert aber reichlich Nahrung für Insekten. Im Sommer trägt sie zudem Früchte, die vielen Vogelarten als Nahrung dienen und auch für Menschen essbar sind.

Auch andere beliebte Gartenpflanzen wie Rosen, Hortensien oder Pfingstrosen können für Bestäuber problematisch sein. Viele Zuchtformen besitzen sogenannte gefüllte Blüten. Dabei werden Staubblätter in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt. Die Blüten wirken dadurch besonders üppig, sind aber für Insekten unzugänglich oder völlig nektarlos. Das gilt auch für manche frühblühenden Arten wie bestimmte Krokus- oder Narzissensorten.

Ungeeignete Blüten erkennt man daran, dass sie sehr viele Blütenblätter haben, keine Staubblätter zu sehen sind, kaum von Insekten besucht werden und oft stark gezüchtete Sorten sind, die keinen Nektar oder Pollen bilden.

Wer seinen Garten insektenfreundlich gestalten möchte, sollte daher bewusst zu ungefüllten Sorten greifen. Noch besser ist es, heimische Pflanzen zu wählen. Viele heimische Insektenarten sind auf diese Pflanzen angewiesen, weil sie sich über lange Zeiträume an deren Nahrungsangebot angepasst haben.

Die Untere Naturschutzbehörde betont, dass mit der Auswahl geeigneter Pflanzen jede Gartenbesitzerin und jeder Gartenbesitzer einen wichtigen Beitrag leisten kann. Wer zu ungefüllten, heimischen und nektar- und pollenreichen Arten greift, schafft wertvolle Nahrung für Bienen, Hummeln und andere Bestäuber – und fördert damit die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür. Schon kleine Veränderungen im Garten können einen großen Unterschied machen.