LAG kann jetzt die neue Lokale Entwicklungsstrategie erstellen

20. Mai 2022 : Dank der regen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Workshops der LAG kann die neue Lokale Entwicklungsstrategie jetzt erstellt werden.
LAG-Managerin Julia Anthofer freut sich bei der Projektwerkstatt über viele neue Projektideen für LEADER in der Region

Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich und ihre Ideen für neue Förderprojekte bei vier online-Workshops und zwei Präsenzveranstaltungen (Strategie- und Projektwerkstatt) der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm e. V. eingebracht. Es wurde die aktuelle Situation des Landkreises aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet, erörtert wo Bedarf besteht und diskutiert, in welche Richtung sich die Region künftig entwickeln will. Damit ist der erste große Meilenstein auf dem Weg zur Erarbeitung der neuen Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) für die Bewerbung um die LEADER-Förderperiode ab 2023 geschafft. Nun gilt es die gesammelten Erkenntnisse in die LES einzuarbeiten. Auf der Mitgliederversammlung am 22.06.2022 wird die neue LES vorgestellt und verabschiedet, um bis zum 15.07.2022 beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eingereicht werden zu können.

Sozialer Zusammenhalt und Lebensqualität - wichtige Themen bei der LAG- Strategiewerkstatt

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Strategiewerkstatt der LAG, schätzten den sozialen Zusammenhalt in der Region bislang als durchweg positiv ein. Als Grund dafür nannten sie sowohl das Zugehörigkeitsgefühl zur Region, als auch die interkulturelle Vielfalt in der Region. Auch die Lebensqualität in der Region wurde sehr gut beurteilt, beispielsweise besteht die Möglichkeit sich mit regionalen Lebensmitteln zu versorgen und Jugendliche können sich im Jugendkreistag einbringen. In Anbetracht der aktuellen Krisen, wurden auch Zukunftsängste genannt, wie z. B. eine Wohlstandsgefährdung, steigende Arbeitslosenzahlen und zunehmende Schwierigkeiten im Hinblick auf bezahlbaren Wohnraum. Den Jugendlichen in der Region fehlen Freizeitangebote und Treffpunkte als Freiräume für junge Leute ab 14 Jahren. Schnell wurden dann bereits erste Ideen zusammengetragen, wie an den Schwachstellen der Region gearbeitet werden könnte. So wurden beispielsweise selbstverwaltete Freiräume für Jugendliche vorgeschlagen sowie Verkaufsboxen ohne Personal für die Direktvermarktungsinitiative Pfaffenhofener Land e. V. und Selbstversorgung durch eigenen Obst- und Gemüseanbau.

Ein bunter Strauß an Ideen als Ergebnis der Projektwerkstatt

In der Projektwerkstatt wurden nochmals einige der bereits genannten Ideen aufgegriffen und diskutiert, es kamen aber auch neue Ideen hinzu. So wurde mit dem Ziel Menschen für Klima- und Ressourcenschutz zu sensibilisieren ein moderner Lehrpfad zum Thema „Leben am Wasser“ bei der Frechenmühle vorgeschlagen. Eine weiterer Projektvorschlag ist regional erzeugte, torffreie Pflanzenerde auf Friedhöfen, in Gartenbauvereinen und -betrieben anzubieten und somit den für den Klimaschutz so wichtigen CO2-Speicher Moor bzw. Torf zu schonen und gleichzeitig die Menschen dafür zu sensibilisieren. Für den Trinkwasserschutz wurde ein nachhaltiges „Wasserschutzreservoir-Management“ als Kooperationsprojekt von Wasserversorgern, Landwirtschaft und Lebensmittelhandwerkern vorgeschlagen.

Im Ziel demographischer Wandel und Daseinsvorsorge ist auch die inklusive Lebensqualität und Teilhabe für alle verankert. Hierzu wurde ein „Aktionsplan Inklusion“ vorgeschlagen, in dem auch die Senioren- und Behindertenbeauftragten der Region eingebunden werden sollen. Ziel ist es den Bedarf an Barrierefreiheit für die Region zu erheben und somit die Grundlage für Umsetzungen und mehr Barrierefreiheit zu schaffen. Das Bürgernetz brachte eine Idee zur Nutzung von Digitalisierungs-Chancen ein, bei dem Menschen Unterstützung im Umgang mit Internet und Social Media angeboten und somit Teilhabe ermöglicht werden soll. Für Jugendliche wurde die Möglichkeit eines Begegnungsstrands in der Stadt Pfaffenhofen vorgeschlagen, um auch dieser Altersgruppe Begegnungs- und Freiräume für mehr sozialen Zusammenhalt bieten zu können. Um das Thema Lebensqualität für alle ging es auch mit Blick auf neue Wohnformen, die aufgrund des prognostizierten Einwohnerzuwachses künftig einen immer größeren Stellenwert einnehmen werde.

Auch im Bereich Freizeit und Tourismus wurden verschiedene Ideen genannt. Als Beispiel dafür wurden sogenannte Mikro-Abenteuer genannt. Das sind kleine Outdoor-Erlebnisse, die man zu Hause vor der eigenen Haustür erleben und somit die eigene Heimat neu entdecken kann. Die Anwesenden waren sich einig, dass der Punkt Attraktivität der Region im Bereich Freizeit im Hinblick auf die Fachkräftegewinnung künftig verstärkt an Bedeutung gewinnen werde.

„Ich bin wieder einmal äußerst positiv überrascht, wie viele tolle und innovative Ideen in den Workshops zusammengekommen sind und freue mich schon sehr darauf, wenn es in der neuen Förderperiode an die Umsetzung geht“ zog LAG-Managerin Julia Anthofer Bilanz der vergangenen Veranstaltungen.