Resilienz – ein wichtiges Thema der neuen LEADER-Förderperiode ab 2023

18. Februar 2022 : Vorbereitungen der Lokalen Aktionsgruppe Landkreis Pfaffenhofen gestartet
Gesammelte Ergebnisse des 1. Online-Workshops – Auf dieser Grundlage wird weitergearbeitet

Die Bewerbungsphase für die neue LEADER-Förderperiode ab 2023 läuft bereits. Bis 15. Juli 2022 muss die neue Lokale Entwicklungsstrategie (LES) beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eingereicht werden. In den ersten beiden Online-Workshops der Lokalen Aktionsgruppe Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm e. V. (LAG) wurden  die aktuellen Themen „Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel“ sowie „Ressourcenschutz, Biodiversität und Kulturlandschaft“ von zahlreichen Teilnehmern aus den verschiedensten Bereichen aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert. „Wir freuen uns sehr darüber, dass sich so viele Menschen aus der Region aktiv an der Erstellung der LES für die kommende LEADER-Förderperiode beteiligen. Damit sind wir auf einem guten Weg die Ziele passgenau für die Bedürfnisse der Region Pfaffenhofen zu formulieren“, so LAG-Managerin Julia Anthofer.

Im ersten Online-Workshop zum Thema „Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel“ wurden die spürbaren Auswirkungen im Landkreis, wie mildere Winter, weniger Niederschlag im Frühjahr und zunehmende Extrem-Wetterereignisse, genannt und die daraus entstehenden Konsequenzen erörtert. Man war sich beispielsweise einig, dass der Oberflächenabfluss des Wassers verhindert und das Wasser in der Region gehalten werden muss, um gut auf langanhaltende Trockenperioden vorbereitet zu sein. Hierzu wurden verschiedene Lösungsansätze in den Raum gestellt. Diese reichten von Zisternen in Wohn- und Gewerbegebieten, über Wiedervernässung von Wiesen und Mooren, welche doppelt so viel CO2 speichern wie Wälder und dabei viel weniger Gesamtfläche einnehmen, bis hin zu einer Renaturierung von Bächen und Flüssen und die Anlage von Agroforstsystemen durch Baumstreifen und Hecken. Viele der genannten Maßnahmen liefern auch gleichzeitig einen Beitrag zu mehr Artenvielfalt. Weitere Punkte der Diskussion waren die Einflüsse, die durch Siedlungen entstehen. Hier wurde angeregt Versiegelungen wo möglich rückzubauen und durch die Bepflanzung mit heimischen Arten und Naturgärten nicht nur mehr Grün in die Orte zu bringen, sondern auch einen Lebensraum für Insekten und Kleintiere zu schaffen. Dadurch würde auch das Mikroklima positiv beeinflusst und der natürliche Sonnen- und Wärmeschutz unterstützt werden. Ebenso wurde die Möglichkeit genannt, Häuser und Gewerbebauten zu begrünen. Als Vorzeigeprojekt wurde in dieser Hinsicht das Gewerbegebiet A9-B300 bei Reichertshofen genannt.

Das im ersten Online-Workshop bereits angeschnittene Thema Artenschutz wurde im zweiten Online-Workshop mit dem Thema „Ressourcenschutz, Biodiversität und Kulturlandschaft“ vertieft. Neben Blüh- und Streuobstwiesen zum Erhalt der Artenvielfalt wurden auch gezielt begrünte Straßenränder und Bahndämme vorgeschlagen und dabei herausgestellt, dass dies nur mit gebietsheimischem Saatgut sinnvoll sei. Dabei wurde überlegt, wie dies umgesetzt werden könnte, da dafür eine spezielle Technik nötig wäre. Auch die Durchgrünung von Ortschaften wurde als Unterstützung der Biodiversität mit begrünten Dächern und Fassaden sowie naturnahen Gärten mit heimischen Stauden und Bäumen erneut ins Gespräch gebracht. Ebenso wurden große Maisanbauflächen für das lokale Biomasse-Heizkraftwerk angesprochen und als Alternative zur Monokultur Mais die Silphie als gleichwertiger Energielieferant und Bienenweide als Beitrag zu mehr Biodiversität genannt. In dieser Hinsicht wurde zu bedenken gegeben, dass die Silphie keine heimische Pflanze ist und somit für spezialisierte Insekten keine Alternative darstelle.

Weiterdiskutiert wird im dritten Online-Workshop, am Dienstag, den 22. Februar um 19:00 Uhr  zu den Themen „Daseinsvorsorge, Wohnen/Innenentwicklung und Mobilität“ und am Montag, den 14. März um 19:00 Uhr zu den Themen „Regionale Wertschöpfung, Wirtschaftskreisläufe und Fachkräfte“. Später wird es noch zwei Präsenzveranstaltungen geben, bei denen es um die Punkte „Sozialer Zusammenhalt, Kultur, Tourismus, Wirtschaft und Bildung sowie Vernetzung“ gehen wird.

Es sind wie immer alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm herzlich eingeladen sich bei den Workshops einzubringen und gemeinsam die Weichen für eine resiliente Entwicklung der Region zu stellen. Für die Veranstaltungen können sich Interessierte online auf der Website der LAG Landkreis Pfaffenhofen unter www.lag-landkreis-pfaffenhofen.de oder auf dem LEADER-Blog für die Erstellung der LES unter www.leader-blog-paf.de anmelden. Auf dem LEADER-Blog werden zudem alle Informationen zu den Veranstaltungen und im Nachgang die Berichte zu den Workshops veröffentlicht. Außerdem gibt es die Möglichkeit auch nach der Veranstaltung Anregungen zu teilen.