PFC-Belastungen am Flugplatz Manching

Aktuelles:

  • Die Variantenuntersuchung für Kontaminationsflächen auf der gesamten Liegenschaft befindet sich derzeit in der Umsetzung.
  • Der Pilotversuch für die vorgezogene hydraulischen pump & treat Maßnahme im Abstrom an der "Alten Feuerwache" ist abgeschlossen. Der Bericht sowie die Stellungnahme der Fachbehörde liegen bereits vor.
  • Nun folgen Abstimmungsgespräche mit Fachbehörden, die Einholung der wasserrechtlichen Genehmigung und Erteilung des Planungsauftrag für die Sanierungsanlage an die Bayerische Bauverwaltung
  • Das Vorerntegutmonitoring für das Jahr 2021 wird in reduziertem Umfang durchgeführt.

Im Gebiet nördlich und nordöstlich des Flugplatzes Manching, insbesondere im Bereich der Ortsteile Lindach und Westenhausen, liegen großflächige Grundwasserverunreinigungen durch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) vor. Diese wurden durch verschiedene Schadensfälle auf dem Gelände des Militärflugplatzes Manching verursacht. 

Durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) wurden PFC-Infolines eingerichtet, an die sich Bürger bei Fragen gerne wenden können.

Fragen zu Gesundheit, Trinkwasser und Lebensmitteln 
"PFC-Infoline" am LGL: 09131 6808 2497, 
Mo, Di, Mi und Fr von 9 Uhr bis 12 Uhr, Do von 13 bis 16 Uhr
und/oder E-Mail an pfc@lgl.bayern.de 

Bei Umweltfragen (Wasser, Boden, Luft, Natur)
"PFC-Infoline" am LfU: 0821 9071 5102, 
Mo, Di, Mi und Fr von 9 Uhr bis 12 Uhr, Do von 13 bis 16 Uhr 
und/oder E-Mail an pfc-umwelt@lfu.bayern.de

Im Rahmen laufender Untersuchungsverfahren werden umfangreiche Untersuchungen innerhalb und außerhalb des Flugplatzes durchgeführt. Insbesondere wird eine Vielzahl an Untersuchungen von Böden, Grundwasser (Hausbrunnen und landwirtschaftliche Brunnen), Oberflächengewässern, Erntegütern und Fischen durchgeführt. 

Aufgrund bisheriger Untersuchungsergebnisse hat das Landratsamt Pfaffenhofen aus Gründen des vorsorgenden Bodenschutzes eine Allgemeinverfügung  zur Untersagung der erlaubnisfreien Bewässerung mit Grund- und Oberflächenwasser zu Bewässerungszwecken erlassen.

PFC sind synthetisch hergestellte Chemikalien, die in der Natur nicht vorkommen. Sie sind in der Umwelt außerordentlich stabil (persistent) und in Spuren mittlerweile ubiquitär in den verschiedensten Umweltmedien nachweisbar.
Chemisch gesehen bestehen PFC aus Kohlenstoffketten verschiedener Längen, bei denen die Wasserstoffatome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind.

Die Stoffgruppe PFC umfasst mehr als 850 Substanzen. Die bekanntesten Vertreter sind die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und die Perfluoroktansäure (PFOA), die Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS), sowie zunehmend auch die H4-Polyfluoroktansulfonsäure (H4PFOS).

PFC weisen eine hohe Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung und Verwitterung auf, zudem besitzen sie schmutz-, farb-, fett-, öl- und wasserabweisende Eigenschaften. Aufgrund dieser Stoffeigenschaften finden PFC Anwendung in zahlreichen Industrie- und Konsumprodukten, hauptsächlich im Bereich der Oberflächenbehandlung (Textilien, Leder, Glas und Kunststoffe) und der Spezialchemie (z. B. Pestizidanwendung, Verlaufmittel für Farben und Lacke, Herstellung von Skiwachs). So werden PFC beispielsweise zur Beschichtung von Pfannen und Töpfen, wie auch zur Herstellung wasserdichter und atmungsaktiver Funktionskleidung verwendet.
Weitere Einsatzbereiche sind galvanische Betriebe und Sprinkleranlagen.

Der bislang bedeutendste Anwendungsbereich war der Einsatz von PFOS in Feuerlöschschäumen. PFC-haltige Schaummittel wurden vor allem bei Werkfeuerwehren (z. B. Flughäfen, Raffinerien, chemische Betriebe) eingesetzt, aber auch bei kommunalen Feuerwehren.

Bis in das Jahr 2000 wurde zur Herstellung der Löschschäume vornehmlich PFOS verwendet. Die Verwendung dieser Feuerlöschschäume mit einem PFOS–Gehalt von mehr als 0,001 % ist aufgrund einer EU-Verordnung (850/2004/EG) seit 27.06.2011 verboten. Wegen des langjährigen Einsatzes derartiger Schaummittel bei Übungen gerade im Bereich von Flughäfen, Raffinerien und Standorten chemischer Industrie sind PFOS-bedingte Kontaminationen dort häufig vorzufinden.

Innerhalb des Flugplatzgeländes:

  • Detail- bzw. Variantenuntersuchung wird derzeit durchgeführt.
    Ein endgültiger Bericht mit Maßnahmenkatalog wird im April 2022 vorgelegt.

  • Vorgezogene hydraulische pump & treat Maßnahme im Abstrom der "Alten Feuerwache":

    o  Durchführung von Pumpversuchen und verschiedenen Tests im Rahmen eines Pilotversuchs beendet

    o  Gutachten als Planungs- und Handlungsgrundlage sowie die Stellungnahme der Fachbehörde liegen bereits vor

    o  Derzeit: Abstimmungsgespräch mit Fachbehörden, Einholung der wasserrechtlichen Genehmigung und Erteilung des Planungsauftrags für die Sanierungsanlage an die Bayerische Bauverwaltung

    o   Baubeginn der gesamten Sanierungsanlage geplant in 2022

Außerhalb des Flugplatzgeländes:

  • Grund- und Oberflächenwassermonitoring (landwirtschaftliche Bewässerungsbrunnen, repräsentative Hausbrunnen, Oberflächengewässer):
    Die Beprobungen erfolgen derzeit.

  • Vorerntegutmonitoring auf landwirtschaftlichen Flächen: 2018-2020 abgeschlossen, Fortführung in 2021 in reduziertem Umfang.
    Die Ergebnisse und deren Bewertung werden dem Landratsamt und den Fachbehörden sofort nach Vorliegen übersandt und an die Landwirte weitergegeben.

  • Fischmonitoring aus einigen Oberflächengewässern
    Der Bericht für das Jahr 2020 und die Bewertung des LGL liegen vor. Die Empfehlung, auf den Verzehr der Fische zu verzichten, wird bis auf Weiteres aufrecht erhalten.
    Ein erneutes Fischmonitoring ist fachlich erst wieder angezeigt, wenn die Gehalte an PFC in den betroffenen Gewässern dauerhaft gesenkt werden konnten.  

  • Bodenuntersuchungen auf landwirtschaftlichen Flächen und Gartenflächen:
    Einige Untersuchungen wurden in 2020 durchgeführt, die Ergebnisse wurden den Eigentümern mitgeteilt. Weitere Untersuchungen sind in 2021 geplant.

    

Schadenersatz und Verjährung
Dazu liegt uns folgende Auskunft der Bundeswehr vor:
„Die gesetzliche Verjährungsfrist für Schadensersatzforderungen beträgt drei Jahre. Sie beginnt mit dem Jahresende, in welchem von einem Eigentümer ein Schaden konkret an einem Grundstück festgestellt wurde. Ab diesem Zeitpunkt muss der Anspruch innerhalb von drei Jahren geltend gemacht werden.
Dazu ist keine Klage erforderlich. Es ist ein Schreiben unter Darlegung des Anspruchsgrundes und der Anspruchshöhe an das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen, Abteilung Dienstleistungen und Recht, Fontainengraben 200, 53123 Bonn, zu richten. Dort wird der Schadensersatzanspruch individuell geprüft und für den Fall, dass ein Anspruch besteht, eine Erstattung eingeleitet.“

Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative vom 18.09.2018

Informationsveranstaltung vom 11.06.2018

Informationsveranstaltung vom 16.11.2017

Ansprechpartner Telefon Telefax Zimmer
Baschab, Katharina
Abteilungsleiterin
+49 8441 27-202 +49 8441 27-13202 A205

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