PFC-Belastungen am Flugplatz Manching

Aktuelles:

  • Die Sanierungsuntersuchung für die drei Hauptschadenspunkte "Alte Feuerwache", "Landebahn Süd" und "Feuerlöschübungsbecken" befindet sich derzeit in der Umsetzung.
  • Die vorgezogene hydraulischen pump & treat Maßnahme im Abstrom an der "Alten Feuerwache" startet mit dem Bau eines Brunnens für erste Pumpversuche am 20.07.2020.
  • Das Vorerntegutmonitoring für das Jahr 2020 läuft derzeit.
  • Derzeit erfolgen Probenahmen für das Grund- und Oberflächenwassermonitoring.

Im Gebiet nördlich und nordöstlich des Flugplatzes Manching, insbesondere im Bereich der Ortsteile Lindach und Westenhausen, liegen großflächige Grundwasserverunreinigungen durch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) vor. Diese wurden durch verschiedene Schadensfälle auf dem Gelände des Militärflugplatzes Manching verursacht. 

Durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) wurden PFC-Infolines eingerichtet, an die sich Bürger bei Fragen gerne wenden können.

Fragen zu Gesundheit, Trinkwasser und Lebensmitteln 
"PFC-Infoline" am LGL: 09131 6808 2497, 
Mo, Di, Mi und Fr von 9 Uhr bis 12 Uhr, Do von 13 bis 16 Uhr
und/oder E-Mail an pfc@lgl.bayern.de 

Bei Umweltfragen (Wasser, Boden, Luft, Natur)
"PFC-Infoline" am LfU: 0821 9071 5102, 
Mo, Di, Mi und Fr von 9 Uhr bis 12 Uhr, Do von 13 bis 16 Uhr 
und/oder E-Mail an pfc-umwelt@lfu.bayern.de

Im Rahmen laufender Untersuchungsverfahren werden umfangreiche Untersuchungen innerhalb und außerhalb des Flugplatzes durchgeführt. Insbesondere wird eine Vielzahl an Untersuchungen von Böden, Grundwasser (Hausbrunnen und landwirtschaftliche Brunnen), Oberflächengewässern, Erntegütern und Fischen durchgeführt. 

Aufgrund bisheriger Untersuchungsergebnisse hat das Landratsamt Pfaffenhofen aus Gründen des vorsorgenden Bodenschutzes eine Allgemeinverfügung  zur Untersagung der erlaubnisfreien Bewässerung mit Grund- und Oberflächenwasser zu Bewässerungszwecken erlassen.

PFC sind synthetisch hergestellte Chemikalien, die in der Natur nicht vorkommen. Sie sind in der Umwelt außerordentlich stabil (persistent) und in Spuren mittlerweile ubiquitär in den verschiedensten Umweltmedien nachweisbar.
Chemisch gesehen bestehen PFC aus Kohlenstoffketten verschiedener Längen, bei denen die Wasserstoffatome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind.

Die Stoffgruppe PFC umfasst mehr als 850 Substanzen. Die bekanntesten Vertreter sind die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und die Perfluoroktansäure (PFOA), die Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS), sowie zunehmend auch die H4-Polyfluoroktansulfonsäure (H4PFOS).

PFC weisen eine hohe Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung und Verwitterung auf, zudem besitzen sie schmutz-, farb-, fett-, öl- und wasserabweisende Eigenschaften. Aufgrund dieser Stoffeigenschaften finden PFC Anwendung in zahlreichen Industrie- und Konsumprodukten, hauptsächlich im Bereich der Oberflächenbehandlung (Textilien, Leder, Glas und Kunststoffe) und der Spezialchemie (z. B. Pestizidanwendung, Verlaufmittel für Farben und Lacke, Herstellung von Skiwachs). So werden PFC beispielsweise zur Beschichtung von Pfannen und Töpfen, wie auch zur Herstellung wasserdichter und atmungsaktiver Funktionskleidung verwendet.
Weitere Einsatzbereiche sind galvanische Betriebe und Sprinkleranlagen.

Der bislang bedeutendste Anwendungsbereich war der Einsatz von PFOS in Feuerlöschschäumen. PFC-haltige Schaummittel wurden vor allem bei Werkfeuerwehren (z. B. Flughäfen, Raffinerien, chemische Betriebe) eingesetzt, aber auch bei kommunalen Feuerwehren.

Bis in das Jahr 2000 wurde zur Herstellung der Löschschäume vornehmlich PFOS verwendet. Die Verwendung dieser Feuerlöschschäume mit einem PFOS–Gehalt von mehr als 0,001 % ist aufgrund einer EU-Verordnung (850/2004/EG) seit 27.06.2011 verboten. Wegen des langjährigen Einsatzes derartiger Schaummittel bei Übungen gerade im Bereich von Flughäfen, Raffinerien und Standorten chemischer Industrie sind PFOS-bedingte Kontaminationen dort häufig vorzufinden.

Flugplatzgelände:

  • 12 weiteren Kontaminationsverdachtsflächen:
    - Bericht liegt vor
    - weitergehende Untersuchungen (Detail- oder Sanierungsuntersuchungen) werden auf 8 Flächen durchgeführt

  • Vorgezogene hydraulische pump & treat Maßnahme im Abstrom der "Alten Feuerwache":
    - Errichtung eines Brunnens für erste Pumpversuche am 20.07.2020

Außerhalb des Flugplatzgeländes:

  • Grund- und Oberflächenwassermonitoring (landwirtschaftliche Bewässerungsbrunnen, repräsentative Hausbrunnen, Oberflächengewässer):
    - Endbericht und Stellungnahmen der Fachbehörden liegen vor, die Eigentümer wurden informiert
    - Monitoring wird erweitert und fortgeführt, Beprobungen erfolgen derzeit

  • Vorerntegutmonitoring auf landwirtschaftlichen Flächen: 2018 und 2019 abgeschlossen, 2020 läuft derzeit.
    Ergebnisse werden dem Landratsamt und den Fachbehörden sofort nach Vorliegen übersandt; Bewertung wird den jeweiligen Landwirten zeitnah übermittelt.

  • Fischmonitoring aus einigen Oberflächengewässern: Die Probenahmen für das Jahr 2020 erfolgen im Herbst.

  • Bodenuntersuchungen auf landwirtschaftlichen Flächen und Gartenflächen: 
    - Bericht liegt vor, die Eigentümer wurden informiert.
    - Weitere Untersuchungen werden folgen, ein Konzept dafür wird derzeit erarbeitet

Schadenersatz und Verjährung
Dazu liegt uns folgende Auskunft der Bundeswehr vor:
„Die gesetzliche Verjährungsfrist für Schadensersatzforderungen beträgt drei Jahre. Sie beginnt mit dem Jahresende, in welchem von einem Eigentümer ein Schaden konkret an einem Grundstück festgestellt wurde. Ab diesem Zeitpunkt muss der Anspruch innerhalb von drei Jahren geltend gemacht werden.
Dazu ist keine Klage erforderlich. Es ist ein Schreiben unter Darlegung des Anspruchsgrundes und der Anspruchshöhe an das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen, Abteilung Dienstleistungen und Recht, Fontainengraben 200, 53123 Bonn, zu richten. Dort wird der Schadensersatzanspruch individuell geprüft und für den Fall, dass ein Anspruch besteht, eine Erstattung eingeleitet.“

Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative vom 18.09.2018

Informationsveranstaltung vom 11.06.2018

Informationsveranstaltung vom 16.11.2017

Hauptgebäude Landratsamt Pfaffenhofen a.d.Ilm

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Fr. nach Vereinbarung 12:00 - 14:00 Uhr
Das Haus ist durchgehend geöffnet:
Mo. - Do. 08:00 - 18:00 Uhr
Fr. 08:00 - 14:00 Uhr
Achtung: Das Bauamt ist mittwochs nicht erreichbar! (Bearbeitungstag)

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