Zensus 2022

Im Jahr 2022 findet in Deutschland wieder ein Zensus statt. Dabei handelt es sich um eine statistische Erhebung, mit der ermittelt wird, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Diese Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl ist erforderlich, um eine verlässliche Datenbasis als valide Entscheidungshilfe für Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu erhalten. Diese Basiszahlen sind die Grundlage für zahlreiche Entscheidungen und rechtliche Regelungen, wie etwa die Kommunalplanung (Schule, Altenheime, Kinderbetreuungsplätze), die Einteilung in Wahlkreise oder die Stimmenverteilung im Bundesrat, aber auch für eine zukunftsorientierte Gestaltung des Umweltschutzes sowie die Förderung der Energieeffizienz.

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Mit dem Zensus 2022 nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, zu der die Mitgliedsstaaten aufgrund einer Verordnung der Europäischen Union (Verordnung (EG) Nr. 763/2008) alle zehn Jahre verpflichtet sind. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Zensus von 2021 in das Jahr 2022 verschoben. Stichtag des Zensus ist der 15. Mai 2022.

Beim Zensus 2022 handelt es sich um registergestützte Bevölkerungszählung, die durch eine Stichprobe ergänzt und mit einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert wird. In erster Linie werden hierfür Daten aus Verwaltungsregistern genutzt, sodass die Mehrheit der Bevölkerung keine Auskunft leisten muss. Um Über‐ und Unterfassung in den Melderegistern zu erkennen und entsprechend zu bereinigen, wird in einer Haushaltsbefragung weniger als zehn Prozent der Bevölkerung direkt befragt. Diese Stichprobenbefragung ist außerdem notwendig, um Daten zu erheben, die nicht in den Registern vorliegen, wie z. B. Angaben zu Bildung und Ausbildung oder zur Erwerbstätigkeit. Für die ausgewählten Haushalte besteht in diesem Zusammenhang eine Auskunftsverpflichtung kraft Gesetzes.

Für die Gebäude‐ und Wohnungszählung (GWZ) im Zensus 2022 werden private und gewerbliche Eigentümer von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum befragt. Die Daten werden ausschließlich anonymisiert ausgewertet.

Eine weitere Befragung betrifft Wohnheime (z. B. Studentenwohnheime) und Gemeinschaftsunterkünfte. In diesen Einrichtungen sind die Melderegisterdaten der Kommunen oft ungenau; diese werden im Rahmen der Durchführung des Zensus 2022 bereinigt.

Vor Ort werden in den Landkreisen und kreisfreien Städten kommunale Erhebungsstellen eingerichtet, die die Befragungen koordinieren und zusammen mit ehrenamtlichen Erhebungsbeauftragten durchführen. Die Befragungen der Haushalte im Rahmen der Stichprobe finden im Zeitraum vom 16.05.2022 bis ca. Ende Juli 2022 statt.

Die Durchführung des Zensus erfolgt unter strenger Einhaltung von Maßnahmen zur Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit, die insbesondere Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der Daten gewährleisten. Um das Grundrecht aller Bürgerinnen und Bürger auf informationelle Selbstbestimmung zu schützen und den Vorgaben des Bundesstatistikgesetzes Rechnung zu tragen, dürfen aus den Veröffentlichungen des Zensus keinerlei Rückschlüsse auf die Angaben von Einzelpersonen oder auf andere Einzelfälle möglich sein.