Fundament

Das Fundament sorgt dafür, dass die Windenergieanlage fest und sicher steht. Alle Kräfte, die vom Windrad und der Bewegung der Anlage kommen, werden vom Fundament in den Boden geleitet.

Die Tiefe und der Durchmesser des Fundaments, der meist zwischen 20 und 25 m beträgt, hängen vom Anlagentyp, der Art des Fundaments und der Beschaffenheit des Bodens ab. Bevor eine Windenergieanlage gebaut wird, wird die Tragfähigkeit des Bodens durch ein Gutachten geprüft. So kann sichergestellt werden, dass die Anlage sicher steht. Bei weichem Untergrund müssen zusätzlich Pfähle aus verdichtetem Kies eingesetzt werden. Meistens sind die Fundamente relativ flach (ca. 2- 4 m) und bestehen aus Beton und Stahl.

Nach etwa 30 Jahren Betriebszeit muss eine Windenergieanlage inklusive des Fundaments wieder abgebaut oder durch eine neue Anlage ersetzt werden (Repowering). Schon bei der Genehmigung der Anlage wird im Bescheid festgelegt, dass der Betreiber den Rückbau durchführen, den Boden wiederherstellen und die Fläche z.B. wieder aufforsten muss. Dies ist laut Baugesetzbuch § 35 BGB vorgeschrieben und wird auch in den Pachtverträgen geregelt. Die zuständige Genehmigungsbehörde, bei uns das Landratsamt Pfaffenhofen, stellt die Einhaltung der Rückbauverpflichtung sicher. Hierzu wird in Bayern in der Regel eine Sicherheitsleistung in Höhe von 200.000 Euro verlangt. Zu dieser Rückbaubürgschaft kommen die Erlösmöglichkeiten durch den Verkauf und die Weiterverarbeitung der recyclingfähigen Baustoffe (etwa 90 Prozent) hinzu, so dass der in der Zukunft liegende Rückbau finanziell gesichert ist.

Das Fundament wird beim Rückbau beispielsweise mit Hilfe eines Hydraulikmeißels aufgebrochen. Der Beton wird zu Betonsplitt oder Schutt aufgearbeitet oder als Rohstoff für Recyclingbetone eingesetzt. Der anfallende Stahlschrott ist ein hochwertiger Rohstoff, der weiterverkauft wird.

  • Das Windrad bei Johanneck (Gemeinde Paunzhausen) besitzt ein 3,8 m tiefes und 1400 t schweres Fundament mit einem Durchmesser von 19 m.
  • Die Fundamente der drei Windenergieanlagen im Bürgerwindpark Pfaffenhofen haben einen Durchmesser von 22 m und sind je nach Standort 0,5 bis 4 m tief. Bei einer Anlage musste der Untergrund mit einer Rüttelstopfverdichtung stabilisiert werden. Bei dieser Methode wird säulenförmig Kies in den Boden eingebracht und verdichtet.
  • Die Windräder der Gemeinde Gerolsbach besitzen ein Fundament mit 21,5 m Durchmesser und einer Gründungstiefe von 1,4 m unter der ursprünglichen Geländeoberkante. Das Fundament ist dabei insgesamt 3,2 m hoch. Verbaut wurden 95 t Betonstahl und 614 m3 Dies entspricht ca. 1400 t.