Rückbau und Recycling

Nach Ablauf ihrer Betriebszeit von meist 20 Jahren – auch längere Laufzeiten sind je nach Stromvermarktungsmöglichkeit denkbar – wird jede Windenergieanlage rückgebaut. Entsprechende Rückbauverpflichtungen und finanzielle Sicherheiten sind in den zugrundeliegenden Pachtverträgen sowie im Genehmigungsbescheid geregelt. Nur mit dem Nachweis, dass die Gelder für den Rückbau bereits vorhanden und hinterlegt sind, bekommt eine Windenergieanlage in Deutschland eine Genehmigung.

Für fast alle in den Komponenten eines Windrads verwendeten Materialien bestehen geeignete Recyclingverfahren. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Beton und Stahl, sowie zu einem geringen Anteil um weitere Metalle, z. B. Kupfer oder Aluminium (Generator und Anlagenelektronik).

Schon bei der Genehmigung der Anlage wird im Bescheid festgelegt, dass der Betreiber den Rückbau durchführen, den Boden wiederherstellen und die Fläche z.B. wieder aufforsten muss. Dies ist laut Baugesetzbuch § 35 BGB vorgeschrieben und wird auch in den Pachtverträgen geregelt. Die zuständige Genehmigungsbehörde, bei uns das Landratsamt Pfaffenhofen, stellt die Einhaltung der Rückbauverpflichtung sicher. Hierzu wird in Bayern in der Regel eine Sicherheitsleistung in Höhe von 200.000 Euro verlangt. Zu dieser Rückbaubürgschaft kommen die Erlösmöglichkeiten durch den Verkauf und die Weiterverarbeitung der recyclingfähigen Baustoffe (etwa 90 Prozent) hinzu, so dass der in der Zukunft liegende Rückbau finanziell gesichert ist.

Das Fundament wird beim Rückbau beispielsweise mit Hilfe eines Hydraulikmeißels aufgebrochen. Der Beton wird zu Betonsplitt oder Schutt aufgearbeitet oder als Rohstoff für Recyclingbetone eingesetzt. Der anfallende Stahlschrott ist ein hochwertiger Rohstoff, der weiterverkauft wird.

Die für die Gondel und die Rotorblätter eingesetzten Verbundwerkstoffe aus Glas- oder Kohlefasern und Kunstharzen werden auf Grund des derzeit geringen Aufkommens meist thermisch verwertet. An hochwertigen Recyclingmöglichkeiten für die Verbundwerkstoffe und komplett recyclingfähigen Anlagen wird derzeit aber intensiv geforscht. Die derzeitigen Recyclingquoten von Windenergieanlagen können bei 80 bis 90 Prozent liegen. Mit zunehmenden Mengen durch außer Betrieb gehende Altanlagen ist langfristig mit wirtschaftlichen und ökologischen Recyclingwegen zu rechnen.