Flächeneffizienz

Die Flächeneffizienz gibt an, wie viel Strom eine Energieanlage auf der, von ihr beanspruchten, Fläche erzeugen kann. Bei Windenergieanlagen geht es also darum, wie effizient die zur Verfügung stehende Fläche genutzt wird, um Strom zu produzieren.

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Flächeneffizienz von Windenergieanlagen beeinflussen. Je größer die Leistung der Anlage und je günstiger die Windverhältnisse, desto höher kann die Flächeneffizienz sein. Durch eine geschickte Anordnung der Anlagen lässt sich die Fläche ebenfalls optimal nutzen.

Im Durchschnitt benötigt eine Windenergieanlage etwa 0,5 Hektar Fläche für den Betrieb. Je nach Gelände und Anlagentyp kann der durchschnittliche langfristige Flächenbedarf pro Anlage aber variieren. In Bayern liegt er bei Windenergieanlagen im Wald bei durchschnittlich 0,34 Hektar und die vorübergehende, kurzfristige Beanspruchung während des Baus liegt bei durchschnittlich 0,54 ha. Das sind Flächen, die nur während der Bauphase, z.B. für die Montage benötigt werden. Für den Rückbau werden diese Flächen nicht mehr benötigt, da Windenergieanlagen vor Ort zerlegt werden.

Der große Vorteil von Windenergie ist, dass das Umfeld der Anlage weiterhin land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden kann. Zudem ist der Stromertrag pro Fläche bei Windenergie deutlich höher als bei anderen erneuerbaren Energien. Bezogen auf die Fläche von einem Hektar können laut einer Studie des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat mit Windenergie etwa 6000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen sind es etwa 230 Haushalte und bei Biogasanlagen (Mais) etwa 7 Haushalte.

Eine Studie des Umweltbundesamts für Umwelt von 2021 vergleicht sehr umfassend die Flächenrucksäcke verschiedener Energieträger (inklusive Vorketten und Infrastruktur) und kommt im Jahr 2019 zu folgendem Ergebnis:

Energieträger

Flächenbelegung in m2 im Jahr und je MWh Strom

Braunkohle/Steinkohle

6,26/3,20

Erdöl/Erdgas

0,84/0,83

Kernkraft

1,51

FF-PV

22,5

Wind

1,43

Biogas

519

Feste Biobrennstoffe

442

Windenergieanlagen sind also eine sehr flächeneffiziente Art, um Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen.

  • Für die drei Windenergieanlagen der Gemeinde Gerolsbach wurden insgesamt 12.832 m2 Fläche benötigt und gerodet. 2.500 m2 davon werden weiterhin als forstliche Lagerflächen genutzt. Der dauerhaft benötigte Flächenbedarf für die drei Windenergieanlagen beträgt 1,03 Hektar und somit 0,34 Hektar je Anlage. Da beim Bau der Anlagen ein damals neues Turmkonzept genutzt wurde, wurden keine Flächen kurzfristig benötigt. Eine Ausgleichsfläche von 1,32 Hektar wurde entsprechend aufgeforstet.

  • Das Bürgerwindrad im Lustholz benötigt langfristig eine Fläche von ca. 2.500 m2. Während des Baus wurden weitere ca. 2.900 m2 für die Montage und die verbreiterte Zuwegung benötigt und später wieder aufgeforstet. Für den Bau der Anlage wurden insgesamt 495 Bäume gefällt, davon wurden 200 wieder auf den Montageflächen angepflanzt. Auf der forstlichen Ausgleichsfläche von 5.143 m2 wurden etwa 3.200 Sträucher und Bäume aufgeforstet. Auf weiteren 400 m2 wurde extensives Grünland für den naturschutzfachlichen Ausgleich angelegt.

Folgende Tabelle vergleicht die Flächeneffizienz der Windenergieanlagen (WEA) bezogen auf die gerodeten Flächen:

Bürgerwindrad Lustholz

Windpark Gerolsbach

WEA Typ

Enercon E115

Nordex Energy  N117

Durchschnittlicher Stromertrag [MWh]

7.073

5.686

Langfristiger Flächenbedarf [m2/WEA]

2.500

0,34

Kurzfristiger Flächenbedarf [m2/WEA]

2.900 0

Flächeneffizienz [m2/MWh]

0,76

0,61

Die Windenergieanlagen des Windparks Gerolsbach benötigt für die Erzeugung einer Megawattstunde also 0,61 m2, das Windrad im Lustholz 0,76 m2. Hier bleiben weitere Flächenverbräuche durch Vorketten und Infrastruktur allerdings unberücksichtigt.